Demenz: Das sollten Angehörige und Pflegende darüber wissen

Demenz kennt viele Formen, weshalb dieser Oberbegriff etwa 50 Krankheitsbilder umfasst. Allen gemeinsam: Unheilbarkeit, das Zurückgehen kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten sowie körperliche Beeinträchtigungen von unterschiedlichem Ausmaß. Viele Anzeichen werden für Angehörige bereits im Anfangsstadium sichtbar: Ist der Betroffene anfänglich nur vergesslich, erkennt er im Verlauf auch bekannte Menschen nicht mehr. Reduziertes Denkvermögen zeigt sich in unpassenden Antworten auf Fragen oder verlangsamtem Sprechen. Aber auch Motorik und praktisches Geschick leiden: Alltägliche Aufgaben wie Anziehen oder Hausarbeit gelingen irgendwann nicht mehr. Aber der Reihe nach - woran erkennen Sie bestimmte Formen von Demenz?

Zwei Drittel betroffen: Alzheimer Demenz

Bekannt ist, dass sich bei Alzheimer Demenz (Morbus Alzheimer) Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) im Gehirn finden. Ungeklärt ist, worin die Ursache für das Absterben von Gehirn-Nervenzellen liegt. Betroffene sind hier selten unter 60, denn die Krankheit geht mit dem Verlust von Gedächtnis, Lernen und Orientierung im Alter einher. Auch Störungen des Urteilsvermögens und zunehmende Persönlichkeitsveränderungen gehören zum Krankheitsbild. Im Frühstadium beeinträchtigt Alzheimer das Kurzzeitgedächtnis: Gesprächsinhalte werden nicht mehr behalten, Gegenstände verlegt, Probleme von Wortfindung und Orientierung häufen sich. Als besonders verunsichernd erlebt der Kranke das eigene Erkennen, dass er Dinge wie Gesprächsinhalte vergisst - und reagiert je nach Persönlichkeit mit Aggressivität, depressivem Rückzug oder dem Versuch, den Anschein von Normalität zu wahren. Weil Betroffene anfangs in ihrer Urteilsfähigkeit lediglich eingeschränkt sind, sind sie weiterhin an Entscheidungen von Behandlung und Betreuung zu beteiligen. Im späteren Stadium jedoch machen Einschränkungen von Gedächtnis, Denken und Orientierung eine selbstständige Lebensführung unmöglich. Hinzukommt, dass viele Erkrankte jetzt stark unruhig sind: Sie versuchen die Wohnung zu verlassen oder werden von Wahnvorstellungen geplagt (fühlen sich bestohlen, betrogen etc.) Im Endstadium versiegt die Sprache fast völlig, auch die Kontrolle über Darm und Blase setzt aus. Nicht zuletzt ein Versteifen der Gliedmaßen verhindert ein Gehen ohne Hilfe, auch Krämpfe sind möglich. Weil die Infektanfälligkeit steigt, führt oft nicht Alzheimer selbst, sondern der Infekt schließlich zum Tod.

Vaskuläre Demenz: Viele kleine Hirninfarkte

Am zweithäufigsten ist vaskuläre Demenz, eine Hirnleistungsschwäche, die schleichend verläuft. Hier verändern sich die Hirngefäße: Gefäßwände verengen sich, es kommt zu Durchblutungsstörungen des Hirngewebes bis zum Gefäßverschluss. Erste Symptome sind Konzentrationsschwäche und Orientierungsprobleme, während das Gedächtnis zunächst normal funktioniert. Wie kommt es dazu? Zucker, Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels, aber auch Rauchen begünstigen degenerative Gefäßerkrankungen und damit vaskuläre Demenz. Zahlreiche kleinere Infarkte treten auf, die in der Summe große und kleine Hirngefäße in Mitleidenschaft ziehen. Weil vaskuläre Demenz in Schüben verläuft, wechseln Stimmungsschwankungen und reduzierte Geistesgegenwart mit klaren Phasen. Typisch für diese Demenzform sind Störungen von Gefühlsleben, Antrieb, Konzentration und Auffassungsgabe, weshalb Patienten durchaus zu fordern, aber nicht zu überfordern sind. Ist die Hirnschädigung örtlich begrenzt, kann sich dies als halbseitige Lähmung, Sprachstörungen oder Inkontinenz ausprägen. Schließlich stirbt ein Drittel der Erkrankten an direkt auf die Demenz zurückzuführenden Komplikationen (z. B. durch Verschlucken oder geschwächte Atmung), ein weiteres Drittel durch Schlaganfall. Bei zehn Prozent der Betroffenen sind Herzinfarkt oder Herzmuskelschwäche durch Arteriosklerose des Herzens Todesursache.

Ab 50: Frontotemporale Demenz

Die seltene frontotemporale Demenz (Pick-Krankheit) tritt vergleichsweise früh auf. Zuerst sterben die Nervenzellen im Stirnbereich, sprich von Frontal- und Schläfenlappen, ab. Diese lenken Gefühle und Sozialverhalten, was für die Persönlichkeit nicht ohne Folgen bleibt - und sich beispielsweise in Aggressionsneigung oder Grenzüberschreitungen im Sozialkontakt zeigt. Sprachstörungen kennzeichnen den weiteren Verlauf dieser Demenzform. Außerdem ist die mangelnde Einsicht der Erkrankten in ihren Zustand für Angehörige im Kontakt psychisch belastend. Ein Angehöriger ist unerwartet von dieser in jungem Alter auftretenden Demenz betroffen? Dann brauchen Sie selbst soviel Entlastung wie möglich, nicht zuletzt durch ein funktionales Pflegebett. Auch ambulanter Pflegedienst, Tagespflege und Demenz-Betreuungsgruppen lassen Sie für ein paar Stunden durchatmen.

Lewy Body Demenz: Pflegebedürftig ab Frühstadium

Jeder fünfte Demenzkranke hat sie - Lewy Body Demenz, eine langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Verglichen mit Alzheimer sind hier psychotische Symptome und Bewegungsstörungen ausgeprägter, was die Pflege anstrengend gestaltet. Ursache dieser Demenzart sind Proteinablagerungen in den Nervenzellen von Hirnstamm und Großhirnrinde, so genannte Lewy-Körperchen (Lewy Body, auch bei Parkinson nachweisbar). Meist tritt Lewy Body Demenz nach dem 65. Lebensjahr auf. Zu den Symptomen zählen:

- optische und akustische Halluzinationen
- Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
- Neigung zu einer Körperseite beim Stehen bzw. Gehen
- Abnehmen von Gedächtnisleistung und Konzentration
- Kreislaufkollaps, Stürze
- Depressionen
- Wahnvorstellungen

Betroffene leben bis zu acht Jahre mit dieser Erkrankung, gestützt durch Medikamente. Eine Alternative bilden mentale Trainings zur Minderung der Verhaltensstörungen. Sinnvolle Therapien sind hier:

- Ergotherapie
- Sprachtherapie
- Krankengymnastik
- Musik- und Kunsttherapie
- Verhaltenstherapie
- Erinnerungstherapie

Da der Pflege- und Betreuungsaufwand bereits im Frühstadium hoch ist, kommen Angehörige hier schnell an ihre Grenzen. Professionelle Unterstützung, auch durch ein Pflegebett, ist praktisch unverzichtbar - nicht zuletzt, da ein geregelter Tagesablauf sowie Zuwendung und Geborgenheit für diese Patienten lebensverlängernd sind.

Parkinson Demenz

Wer an Parkinson leidet, hat ein erhöhtes Demenzrisiko: Über die Hälfte aller Erkrankten über 75 ist auch von Demenz betroffen. Dabei bleibt die Lernfähigkeit zunächst erhalten, aber es tritt Verlangsamung in allen Bereichen ein. Symptome sind:

- Persönlichkeitsveränderungen
- Depressionen
- Halluzinationen
- verlangsamte Informationsverarbeitung
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Lustlosigkeit
- schlechteres räumliches Sehen
- unflexibles Denken
- Schlafstörungen

Im Verlauf nehmen Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen durch Parkinson zu, die rumpfnahe Muskulatur versteift - gebeugte Körperhaltung und das Gehen in kleinen Schritten sind typisch für Parkinson, ebenso wie Schluckstörungen, starre Mimik und monotones Sprechen. Bei Parkinson Demenz verändern sich zusätzlich auch Wahrnehmung und Gedächtnisleistung: Betroffene sind spätestens dann auf Hilfe angewiesen, wenn sie alltägliche Aufgaben vernachlässigen oder komplexere Aufgaben wie z. B. Autofahren nicht mehr gelingen.

Pflege bei Demenz: Kräfte einteilen!

Ganz gleich, an welchem Typ Ihr Angehöriger erkrankt ist: Jeder Demenzkranke sollte weiter in gewohnter Umgebung bleiben. Wer im vertrauten Umfeld gepflegt wird, erlebt das Bett als Mittelpunkt seines Alltags. Gut, wenn es gelingt, dass Patienten auch dann ein Maximum an Eigenständigkeit behalten. Ein durchdacht funktionierendes Pflegebett gehört zu gut organisierte Versorgung dazu: Zum einen, weil ein Pflegebett den Pflegenden maximal im Bereich täglicher Pflegeroutine entlastet, so dass Zeit für das Wesentliche bleibt: Zuwendung, Gespräche und aktivierende Pflege. Elektromotorisch verstellbare Pflegebetten wie z. B. Pflegebett Dali leisten umfängliche Demenz-Sicherheit durch Sturzprophylaxe und unterstützen das Aufstehen bei Rückenproblemen und steifen Gelenken. Pflegende regulieren Pflegebett Dali (bzw. Dali Low Entry mit extraniedriger Einstiegshöhe) stufenlos, bis auf angenehme Arbeitshöhe. Ihr Angehöriger ist unruhig? Der Handschalter erlaubt ein Sperren einzelner Funktionen. Ein anerkanntes, per Lifter unterfahrbares (Pflege-)Hilfsmittel einschließlich Seitensicherung, das außerdem teure Seitengittererhöhungen für Dekubitussysteme verzichtbar macht. Spezialmodelle wie das reinigungsfreundliche Pflegebett Dali Wash erleichtern den Pflegealltag zusätzlich. Trotzdem - eine schwere Zeit für Sie. Pflegende, die die Krankheit annehmen und sich rechtzeitig über Demenz informieren, stellen sich besser darauf ein. Weitere Informationen bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Fähigkeiten erhalten, aber Gefahren minimieren, lautet die Kernbotschaft!

 

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