Wie neuen Anreiz für Pflegepersonal setzen? Sind Prämien wirklich die Lösung?

Wie neuen Anreiz für Pflegepersonal setzen? Sind Prämien wirklich die Lösung?

 

Die Pflegebranche steckt in der Krise 
 
Der Fachkräftemangel zieht vermehrt Aufmerksamkeit auf sich. Alleine in der Altenpflege im stationären Bereich schätzen Experten ein Defizit fehlender Fachkräfte von etwa 38.000 Mitarbeitern, die Tendenz deutlich steigend. Erste Konzepte, welche zumindest zur Entspannung der Situation führen sollen, sind im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung zwar vermerkt, die Wirksamkeit aber unter Experten mehr als deutlich umstritten. Das Problem: Durch unkonkrete Maßnahmen mit langer Laufzeit kommen viele Schritte deutlich zu spät, das Kernproblem wird lediglich touchiert. 

Prämien als Anreiz für Pflegefachkräfte

Um eine schnelle Verbesserung der aktuellen Problematik zu erzielen, empfiehlt der Pflegebeauftragte der Bundesregierung zunächst eine Kombination aus finanziellen Anreizen für Pflegefachkräfte aus vertrauensbildenden Maßnahmen bzw. Schritten. Die Kosten werden auf etwa 570 Euro für das erste Jahr sowie 345 Euro für das zweite Jahr beziffert. Mit der direkten Umsetzung möchte Andreas Westerfellhaus ein deutliches Signal direkt an die Pflegebranche setzen und beweisen, dass sich etwas bewegen wird und verändern kann. 

Der Vorschlag sieht unter anderem vor, Pflegefachkräften bei erfolgreichem Wiedereinstieg in den Beruf eine Prämie zu zahlen, auch bei einer Aufstockung der Arbeitszeit sind entsprechende Maßnahmen vorgesehen. Bis zu 5000 Euro, und dies steuerfrei direkt aufs Konto, sollen die Fachkräfte zur Arbeit in der Pflege motivieren und den Notstand in Pflegeeinrichtungen und Kliniken aktiv bekämpfen. Auch der Wechsel von der Ausbildung in eine Festanstellung soll dank einer Prämie von 3000 Euro deutlich attraktiver werden. 

Langfristige Veränderungen müssen her

Gleichzeitig wird immer wieder deutlich betont, dass sich die Lage langfristig mit Prämien nicht lockern lässt. Deshalb formuliert der Pflegebeauftragte mit der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter der Pflege ein weiteres wichtiges Ziel. Durch die Zahlung von finanziellen Prämien an die Betreiber der Pflegeeinrichtungen und Kliniken schafft die Bundesregierung einen zumindest theoretischen Anreiz, neues Fachpersonal einzustellen und zu beschäftigen. Hohe Belastungen auf psychischer und physischer Basis, wie diese in der Pflege trauriger Standard auf höchstem Niveau darstellen, sollten betroffene Fachkräfte durch eine Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 80 Prozent bei gleichem Gehalt kompensieren. Mehr Verantwortung für Fachkräfte, ein gesteigertes Ansehen innerhalb der Gesellschaft sowie ein neues Konzept für die Ausbildung neuer Fachkräfte zeichnen verantwortlich für das Schaffen neuer Anreize, den Job zu ergreifen, aktiv auszuüben und nach Möglichkeit auch möglichst lange in diesem zu verbleiben. 

Dramatische Lage in den Einrichtungen

Ob Klinik oder Altenpflegeheim, der Pflegenotstand hat die Branche fest im Griff, die Auswirkungen sind täglich zu spüren. Viele Einrichtungen mussten bereits schließen, einige kämpfen um die eigene Existenz. Gleichzeitig steigen die Belastungen aufgrund des massiven Personalmangels für alle Beschäftigten, die Zahl der Krankmeldungen nimmt ständig zu. Es ist also höchste Zeit, dass sich die Regierung der Problematik nimmt. Dies ist nicht nur wichtig für das Personal, sondern auch für die Pflegebedürftigen, welche auf eine adäquate fachliche, aber auch menschliche Pflege angewiesen sind. Somit bleibt nur zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen eine schnelle, gleichzeitig auch langfristige Entspannung in der Pflegebranche bewirken können.

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