Tag der Pflege 2017: 5 vor 12 am Pflegebett

Muttertag, Tag des Kindes, Weltseniorentag: Eine Reihe, die sich mit Blick auf den Kalender beliebig fortsetzen lässt. Seit 1967 gilt der 12. Mai als Tag der Pflege bzw. Tag der Pflegenden. Nur ein Datum unter vielen oder ein Termin, der ein rotes Kreuz im Terminplaner verdient?

Florence Nightingale: Mehr Anerkennung am Pflegebett!

Jedes Jahr am 12. Mai begeht die Welt den Internationalen Tag der Pflege und der Pflegenden - am Geburtstag von Florence Nightingale. Die 1820 geborene Dame mit der Petroleumlampe und britische Lazarettschwester gilt als Pionierin moderner Krankenpflege. Entsprechend will der Tag der Pflege mehr sein als bloßer Gedenktag zu ihren Ehren, sondern Aktionstag und International Nurses Day. Termingerecht fordert auch Karl-Josef Laumann, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, mehr Wertschätzung für das besondere Engagement am Pflegebett. Und bezieht sich auf Nightingale: Diese habe die Ausbildungsstandards der Krankenpflege in Richtung eines anerkannten Berufsbildes reformiert. Nach einer durch Infratest Dimap durchgeführten Umfrage im Auftrag der Bundesregierung sind 98 Prozent der Befragten der Meinung: Pflegende verdienen mehr Anerkennung. 95 Prozent betrachten Pflege als fachlich anspruchsvollen Job mit Zukunft. Nightingales Reformwillen hat für Laumann mit Blick auf die derzeitige Pflegeausbildung weiter Vorbildcharakter, wo man jetzt Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammenlegt. Was Sinn mache: Während im Krankenhaus die Zahl der Pflegebedürftigen wachse, steige im Pflegeheim wiederum der Bedarf an Kräften mit vertieftem medizinisch-pflegerischem Know-how.

Österreich: Rahmen-Kollektivvertrag gefordert

Weil wohlgesetzte Worte gern gehört werden, aber Taten aktiv sprechen, ruft der Tag der Pflege deutschlandweit und international zahlreiche Betroffene mit unterschiedlichsten Aktionen auf den Plan: So demonstrieren im Nachbarland Österreich Pflegekräfte und ihre Gewerkschaften am 12. Mai ab 16 Uhr am Wiener Hauptbahnhof, um von dort Richtung Karlsplatz zu ziehen. Motto: "Gute Pflege für alle! Österreich braucht uns". Zu den Hauptzielen zählt ein Grundrecht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit, eingefordert durch zuständige Gewerkschaften wie GPA-djp, GÖD, vida sowie younion - als einheitlicher Rahmen-Kollektivvertrag, um Bezahlung, Arbeitsbedingungen, Betreuungsschlüssel und Arbeitszeit von Pflegebeschäftigten im Sinne von Qualitätssicherung überhaupt verhandeln zu können. So fragt der ÖGB-FGV Vorsitzende Josef Zellhofer: "Was ist uns Pflege wert?" Eine Frage, die in Österreich je nach Bundesland ganz unterschiedlich beantwortet wird - von Personalschlüssel und Aufgabenprofilen bis Nachtdienstbesetzung - zu Lasten von Qualität und damit Gesundheit.

Flashmob: Pflege der Zukunft gestalten

Über die Situation der Pflege informieren will der Flashmob der Caritas-Mitarbeiter im Kreis Soest, NRW - und zwar überall dort, wo die Caritas Sozialstationen unterhält. Ziel: Am Tag der Pflegenden über die Situation in der Pflege informieren und Lösungen aufzeigen. Unter der Leitlinie "Für die Pflege ist es 5 vor 12", lädt Bettina Wiebers von Fachbereich Leben im Alter alle Bürger ein, sich ab 11.55 Uhr ebenfalls fünf Minuten Zeit für ein Zeichen der Solidarität zu nehmen. Solidarität mit Menschen, die auch im Alter noch zu Hause leben möchten und denen, die die Arbeit am Pflegebett leisten. In Rüthen reagierte der Bürgermeister Peter Weiken, indem er die Mitarbeiter der Stadtverwaltung spontan für die Aktion freistellte.

Bayern: Personalnot stoppen, Arbeitsumfeld verbessern

Auch Bayern fordert Sofortmaßnahmen: So ist die Münchner Erklärung zum Tag der Pflegenden mit "Personalnot in der Pflege stoppen - jetzt" überschrieben. Gefordert wird eine Soforthilfe für professionelle Pflege, da die sichere Versorgung akut gefährdet sei, so die Vorsitzende des DBfK Südost, Bayern-Mitteldeutschland e.V. - bei deutlicher Verbesserung von Personalausstattung, aber auch Arbeitsumfeld. Entlastung am Pflegebett ist nicht zuletzt auch eine Frage zeitgemäßer Ausstattung im Arbeitsalltag: Wie pflege ich mehr und mehr mobilitätseingeschränkte und/oder demenzkranke Menschen in immer kürzerer Zeit, aktiviere diese, leiste gleichzeitig Sturzprophylaxe und dies, ohne mich dabei kaputt zu machen? Überall müssen Kliniken Personal spürbar aufstocken, aber auch bei zeitgemäßer Ausstattung ist viel Luft nach oben. Beispiel Pflegebetten, mit geteilten, verschiebbaren Seitensicherungen bzw. Bettgittern, die die Selbstständigkeit beim Ein- und Aussteigen fördern. Oder Lösungen wie dem Niedrigbett und Pflegebett Regia, dessen stufenlose Mittelstütze es Patienten erlaubt, sich selbst hochzuziehen, sprich zu aktivieren. Pflegebett Regia zählt zu den Pionieren, die es für Pflegeeinrichtungen mit Trendelenburg-Handschalter gibt - und die außerdem rückenschonendes Arbeiten in Hüfthöhe erlauben.

Bayerns Forderungen bundesweit relevant

Wie der DBfK schildert, ist die Personalsituation in Bayern angesichts chronisch unterbesetzter Stationen so dramatisch, dass eine Normalversorgung kaum noch möglich ist. Bereits jetzt würden Abteilungen geschlossen und Operationen verschoben. Unter den, an den stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Landtag übergebene, auch bundesweit relevanten Forderungen:

- Schluss mit Überstunden, Hetze und einer Überlastung durch chronische Unterbesetzung, die die Gesundheit der Pflegekräfte und Sicherheit der Patienten gefährdet
- offene Stellen in der Krankenpflege umgehend nachbesetzen
- eine unabhängige Vertretung der Pflegenden und pflegerische Selbstverwaltung, um eigene Belange - wie in anderen Berufen des Gesundheitswesens - selbst zu regeln.

Ab 2019: Personaluntergrenzen in der Krankenhauspflege

Es sind Millionen an Überstunden: In Deutschland sorgt der aktuelle Betreuungsschlüssel dafür, dass Gesundheits- und Krankenpfleger sich um ein Vielfaches an Menschen kümmern müssen, als dies zum Beispiel in Kalifornien oder Australien gelebter Standard ist. Bis 2030, so die Bertelsmann Stiftung, werden deutschlandweit allein gut 500.000 Pflegefachkräfte in der Altenpflege fehlen, nur für Bayerns Altenpflege etwa 62.000. Insofern begrüßt der DBfK die aktuelle Verständigung der Politik auf Personaluntergrenzen in der Krankenhauspflege. Kliniken, die gegen diese verstoßen, drohen Abschläge bei der Vergütung. Bis Ende Juni 2018 müssen sich nämlich GKV-Spitzenverband und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auf Pflegepersonaluntergrenzen und zugehörige Bereiche (wie Nachtdienst oder Intensivstation) einigen. Scheitern diese Verhandlungen, will das Bundesgesundheitsministerium (BMG) Untergrenzen per Rechtsverordnung festlegen - mit Wirkung zum 1. Januar 2019. Allerdings sieht nicht nur der DBfK das Vorhaben mit gesunder Skepsis. Und hofft, dass Mindestgrenzen keine Personalumverteilungen in anderen Bereichen und Einbußen bei "Fachlichkeit und Qualität" zufolge haben.

Bayerische Initiative unterstützen? Für Pflegende unter (Link: https://www.dbfk.de/media/docs/regionalverbaende/rvso/Downloads/Unterschriftenliste.pdf) Ein rotes Kreuz im Kalender? Am besten immer - denn Tag der Pflege ist eigentlich jeden Tag.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Pflegebett Dali Burmeier Pflegebett Dali Burmeier
ab 699,00 € * 1.390,00 € *
Pflegebett Dali Low Entry Pflegebett Dali Low Entry
ab 899,00 € * 1.699,00 € *
Drehscheibe Transferscheibe
59,00 € *