Qualität und Art der Pflege: Abhängig von der Postleitzahl

Wovon hängt ab, wie bzw. wie gut ich in Deutschland gepflegt werde? Laut aktuellem Pflegereport der Barmer GEK davon, wo ich lebe. Dieser verzeichnet starke regionale Unterschiede, je nach Ausgestaltung des Angebots vor Ort. Wünschenswert dagegen: Pflege und Pflegeangebote, die sich an meinem individuellen Bedarf ausrichten. Glaubt man Barmer-Chef Dr. Christoph Straub, gehen auch bestehende Unterstützungsleistungen an den Bedürfnissen Betroffener vorbei. Was muss sich ändern, um Pflege zukunftsfest zu machen?

Wenige Pflegeplätze = viel häusliche Pflege

Je mehr Pflegedienste und Pflegeheime vor Ort existieren, desto mehr Menschen werden auch auf diese Weise betreut. Dabei hat sich die Zahl Pflegebedürftiger im Bundesvergleich zwischen 1999 und 2013 recht unterschiedlich entwickelt: Stieg diese für Schleswig-Holstein um 8,8 Prozent von 76.000 auf 83.000, verzeichnet der Barmer Pflegereport (Link: https://magazin.barmer-gek.de/wp-content/uploads/2016/11/PDF-Pflegereport-2016propertyData.pdf) für Brandenburg um 60 Prozent - von 64.000 auf 103.000. Dabei liegt in Schleswig-Holstein der Schwerpunkt auf stationärer Heimpflege (40,5 %) und verzeichnet die höchste Pflegeplatzkapazität bundesweit, mit 49,2 auf 100 Pflegebedürftige. In Brandenburg dagegen stehen nur 26,9 Plätze pro 100 Pflegebedürftige bereit - die meisten Menschen werden durch ambulanten Pflegedienst oder Familienangehörige am Pflegebett versorgt. Kein Wunder, der Anteil an Pflegediensten in Brandenburg ist mit 28,5 % hoch - um nur unwesentlich von Ländern wie Hamburg (29,2 %), Bremen (28,7 %) oder Sachsen (29 %) übertroffen zu werden. Langfristig soll für Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Bremen, Berlin und Hamburg die Zahl Pflegebedürftiger zwischen 2050 und 2060 insgesamt steigen, während für die neuen Bundesländer Rückgänge, aber insgesamt mehr Hochbetagte erwartet werden: Prognosen rechnen bis 2060 damit, dass drei von vier männlichen Pflegebedürftigen 80 Jahre und älter sein werden, bei den Frauen fast 85 Prozent.

Form der Pflege: Von Einkommenshöhe abhängig

Wo das Einkommen gering ist, schrecken private Zuzahlungen davor ab, Heimpflege zu wählen. Währenddessen steigt die Anzahl der Pflegebedürftigen in jeder Leistungsart weiter: Erhielten 1996 nur 944.000 Personen Pflegegeld, waren es 2015 bereits 1,33 Millionen. Bei den Pflegesachleistungen erfolgte ein Anstieg von 106.000 auf 181.000 Leistungsbezieher, bei der Kombi-Leistung von 135.000 auf 408.000 Betroffene. Die Zahl der vollstationär am Pflegebett Versorgten wuchs von 355.000 auf 677.000 an (Kinder eingerechnet). Im Verlauf zeigt sich: Je länger jemand pflegebedürftig ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass dieser professionelle Hilfe nutzt. Denn bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit gehen nur elf Prozent der Betroffenen direkt in die vollstationäre Pflege - auch, weil sie fürchten, diese nicht bezahlen zu können. Beispiel Saarland: Laut diesjährigem Report Pflegeinfrastruktur der Bertelsmann-Stiftung sind besonders im Südwesten die Kosten relativ hoch, während man sich im Nordosten weniger Sorgen um die Finanzierung seines Pflegeheimplatzes macht. Als Grund dafür nennt der Landesverband Pflegemanagement die höhere Qualität der Pflege im Saarland, durch viel ausgebildetes Fachpersonal sichergestellt. Entsprechend fordert Ihr Vorsitzender Raphael Baumann eine Aufwertung des Pflegeberufs: Trotz guter Tarifverträge in seinem Bundesland müssten Pflegekräfte mehr verdienen - bei attraktiveren Arbeitszeiten. Der VdK Saarland wünscht sich eine andere Verteilung im Bereich Pflegekosten-Finanzierung: Während in anderen Bundesländern die Länder die Investitionskosten trügen, zahlten diese im Saarland die Kommunen, die Pflegebedürftigen selbst oder deren Angehörige. Gut, dass sich wenigstens ein Teil der Kosten für Pflegedienst, das Pflegeheim und wichtige Hilfsmittel wie Krankenbetten und Seniorenbetten von der Steuer absetzen lassen (Link: https://www.pflegebetten-24.de/pflegebetten-pflege-ratgeber/steuern-pflegekosten-und-krankheitskosten-absetzen).

Forderungen: Familiäre Netzwerke stärken

Barmer-Vorstand Straub verlangt mehr Informationsangebote, dazu flächendeckende Unterstützungsleistungen, vor allem durch die Pflegekassen: Pflegestützpunkte leisteten dies unzureichend, da sie am Bedarf Betroffener vorbeigingen. Niedrigschwellige, mobile und häusliche Angebote dagegen - wie durch Familiengesundheitspfleger, um Pflege zu Hause zu organisieren - hätten sich bewährt. Gute Unterstützung, die kostenlos und fundiert - auch in Rechtsfragen - berät, leistet auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD), offen für alle Bürger unabhängig vom Krankenversicherungsstatus (Link: https://www.pflegebetten-24.de/pflegebetten-pflege-ratgeber/unabhaengige-patientenberatung-upd-antworten-rund-um-gesundheit-pflege-und-patientenrecht) Die Aufforderung der Barmer GEK an Länder und Kommunen: Sich mit den Pflegekassen strukturiert austauschen, konkrete Pflegebedarfe in den Regionen regelmäßiger Prüfung unterziehen - und dann passgenauere, praxisnahe Angebote von Pflegekassen und weiteren Trägern erarbeiten, die Betroffene unbürokratisch abrufen können. Dazu schlägt Straub als Forum regionale Pflegekonferenzen vor. Außerdem sollen Angebote wie Kurse neben Vermittlung von Wissen auch Vernetzen und Erfahrungsaustausch Betroffener fördern. Pflegekassen seien hier Impulsgeber für Ideen. Bislang ist effiziente Pflegeunterstützung davon abhängig, wo ich lebe und ich welcher Kasse ich Mitglied bin: Diese für alle Pflegebedürftigen und ihre Angehören gleichermaßen und bedürfnisgerecht bereitzustellen, steht noch aus.

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