Pflegende & Angehörige, welche Nährstoffe bei Mangelernährung

Häusliche Pflege: 6 Handreichungen bei Mangelernährung


Kein Appetit, krankheitsbedingte Mangelerscheinungen: Nicht nur ältere Menschen, sondern auch Kinder und Jugendliche sind mangelernährt. Wertvolle Nährstoffe fehlen, aber wie wähle ich als pflegender Angehöriger die richtigen aus? Betroffene sind damit überfordert, weshalb Grunderkrankungen, die Appetit und Ernährung beeinflussen, Sache ärztlicher Kontrolle sind. Aber welche Maßnahmen stehen Ihnen am Pflegebett offen?

Erster Schritt: Normale Nahrungsaufnahme verbessern

Finden Sie heraus, wo äußere Ursachen der Mangelernährung liegen! Schon eine schlecht sitzende Zahnprothese oder unzureichende Mundpflege können Mangelernährung den Weg bereiten. Bei Schluckbeschwerden kann eine Schlucktherapie die Nahrungsaufnahme verbessern. Auch Ergotherapie, Krankengymnastik und Esstraining, welche bestimmte Bewegungsabläufe trainieren, befähigen Betroffene dazu, auch bei körperlicher Beeinträchtigung essen zu können - unterstützt durch Hilfsmittel wie spezielle Teller, Tassen und Besteck, die selbstständige Nahrungsaufnahme erleichtern. Immer regt ein ausreichendes, attraktives Nährstoffangebot den Appetit an. Energiereiche Kost hoher Nährstoffdichte setzt - sofern durch den Pflegebedürftigen vertragen - fettreiche Milch und Milchprodukte, Obst, Gemüse und Vollkorn, aber auch Fisch und Fleisch auf den appetitlichen Speiseplan. Kräuter und Gewürze intensivieren das Geschmackserlebnis. Nicht zu unterschätzen ist der Faktor, Essenvorlieben zu berücksichtigen: Was man schätzt, wird verzehrt!

Gern speisen: Das Drumherum entscheidet

Bieten Sie lieber viele kleine als wenige große Mahlzeiten und Portionen an. Festgelegte Essenzeiten geben Struktur und Sicherheit, auch die, dass Ihr Angehöriger genug - wenigstens 1,5 Liter pro Tag - trinkt, weshalb Sie Wasser oder Tee (evtl. nach Trinkplan) dazu reichen sollten. Gern speisen braucht auch eine ruhige Atmosphäre ohne Störungen: Geben Sie genügend Zeit zum Essen und leisten Sie dem Pflegebedürftigen Gesellschaft. Sie bestellen Essen auf Rädern? Ergänzen Sie es durch frische Lebensmittel. Im Pflegeheim können Sie evtl. - vor Absprache mit Einrichtung und Pflegepersonal - das Lieblingsgericht mitbringen. Auch Bewegung und frische Luft regen den Appetit an - ermuntern Sie dazu! Ist es Essenszeit, sollte der Betroffene die Mahlzeit möglichst am Tisch sitzend und in aufrechter Haltung einnehmen.

Wenn Schlucken schwerfällt

Ihr Angehöriger kämpft mit Kau- und Schluckbeschwerden? Lassen Sie die Ursachen dafür umgehend medizinisch abklären. Ändern Sie die Konsistenz der Speisen, indem Sie z. B. harte Brotrinden abschneiden und Obst zerkleinern. Breiartige Kost ist dagegen oft nicht zwingend und wirkt alles andere als appetitanregend. Zu dünn- und schnellflüssig darf sie jedoch nicht sein: Die Kontrolle im Mund ist erschwert, was - bei verzögertem Schluckreflex - Verschlucken befördert. Was tun, damit die Konsistenz passt? Geschmacksneutrales Verdickungsmittel (in Pulverform) dickt Speisen so an, dass sie sich gut schlucken lassen. Manchmal allerdings ist die gewohnte Nahrungsaufnahme physisch extrem erschwert: Dann eröffnet bilanzierte Trinknahrung einen Weg, den Nährstoffbedarf umfänglich und passgenau zu decken. Aber auch dort, wo Versuche, durch Nahrungsangebot, Umfeld und medizinische Behandlung Mangelernährung zu bekämpfen, scheitern, bietet Trinknahrung als Ernährungstherapie eine Option am Seniorenbett.

Bedarfsorientiert: Bilanzierte Trinknahrung

Ist der Nährstoffbedarf aufgrund von Krankheit oder Alter überdurchschnittlich hoch oder erschweren Essstörungen die Nahrungsaufnahme, kann bilanzierte Trinknahrung, auch Astronautennahrung genannt, den Bedarf an lebenswichtigen Nährstoffen komplett oder in Ergänzung decken. Nach Art eines Milchshakes einfach zu sich zu nehmen, liefert Trinknahrung alle Nährstoffe, Eiweiße, Mineralstoffe und Vitamine zum Ausgleich von Defiziten - sogar für Kinder ab drei Jahren. Beispielsweise dort, wo bestimmte Krankheiten - besonders in der Genesungsphase - an den Energiedepots des Körpers zehren. Dabei ist die (in der Apotheke erhältliche) Trinknahrung auf jede einzelne Problematik und deren speziellen Bedarf rezeptiert - wie z. B. in Nährstoff- und Ballaststoffdichte. Und liefert die richtige Konsistenz bei Schluckbeschwerden gleich mit - durch ein Angebot angedickter Produkte nach Art von Cremespeisen, die Betroffene angenehmer schlucken können. Echte Mahlzeiten durch Angerührtes ersetzen macht wenig Appetit? Um auch im Pflegebett Abwechslung zu bieten, ist Trinknahrung in zahlreichen Geschmacksrichtungen von Erdbeer bis Karamell zu haben. Außerdem lassen sich auch Gerichte mittels der energie- und eiweißreichen Produkte aufwerten, zudem diese backfähig sind und auf bis 80°C erhitzt werden können: Gemüsesuppe anreichern? Soßen, Milchspeisen oder Getränke verfeinern? Vieles ist möglich.

Wann Trinknahrung Sinn macht

Bei welchen Problematiken kann Trinknahrung unterstützen? Eine Liste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

- Appetitlosigkeit
- Schluckbeschwerden
- Allergie auf Kuhmilcheiweiß, Glutenunverträglichkeit
- Diabetes, Erkrankungen der Bauchspeichendrüse, Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
- Herz-, Leber- und Niereninsuffizienz
- Lungenerkrankungen wie COPD, Mukoviszidose
- Gicht, Muskelerkrankungen, Muskelschwund, Multiple Sklerose
- altersbedingte Mangelernährung, Gewichtsverlust, Untergewicht, Demenz
- nach Schlaganfall
- bei allgemein erhöhtem Energiebedarf
- bei konsumierenden Erkrankungen wie Krebs, Infektionen, Aids
- in der Rekonvaleszenz

Der positive Effekt auf Immunabwehr, Heilung, Genesung und Therapie, aber auch Allgemeinbefinden und Lebensqualität dieser einfach zu verabreichenden Ernährungsform ist wissenschaftlich belegt. Entsprechend brachte 2005 eine Änderung der Arzneimittelrichtlinie: Die so genannte enterale Ernährung ist bei fehlender oder auch eingeschränkter Fähigkeit, sich auf normalem Wege ausreichend zu ernähren, verordnungsfähig. Jedoch unter der Bedingung, dass alle anderen ärztlichen, pflegerischen und ernährungstherapeutischen Maßnahmen ausgeschöpft wurden! Dabei darf Trinknahrung auch mit anderer Ernährung kombiniert werden, wenn dies die Ernährungssituation verbessert. Damit die Kasse die enterale Ernährung auf Rezept bezahlt, ist keine Pflegestufe notwendig. Bevor Sie Trinknahrung jedoch in Eigenregie kaufen, sollten Sie solche Gaben am Pflegebett mit dem Arzt Ihres Angehörigen absprechen.

Nur im Notfall: Künstliche Ernährung

Manchmal zeigen sich alle der genannten Möglichkeiten von Nährstoffaufnahme als fruchtlos: Sondennahrung als künstliche Ernährung erhält bei starken Schluckstörungen und bei sehr geschwächten Menschen im Pflegebett lebenswichtige Funktionen aufrecht - von wenigen Wochen bis zu langfristiger Notwendigkeit. Sie pflegen Mutter oder Vater zu Hause? Ein professionelles Pflegeteam kann im Bereich Sondennahrung unterstützen. Im Pflegeheim sind Patient und Angehörige ausführlich zu künstlicher Ernährung aufzuklären, so dass Vor- und Nachteile abgewogen und der Wille des Betroffenen bei der Entscheidung maßgeblich einbezogen wird. Überhaupt: Pflegeheimpersonal ist verpflichtet, die Nährstoffversorgung am Pflegebett sicher zu stellen. Sie haben den Verdacht, dass dies nicht geschieht? Sprechen Sie Arzt und Pflegekräfte darauf an - direkt und offen.

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