Pflegebetten machen Geschichte!

MIt etwas Glück stand die Schlafstatt etwas erhöht, um Ungeziefer und Bodenfeuchte keine Chance zu bieten. Wer es sich leisten konnte, lag möglichst weich - der Auffassung folgend, dass nur absolute Schonung der Genesung den Weg ebnete. Aktive Mobilisation, Unterstützung von Atmung und Kreislauf durch gezielte Lagerung? Stärkung der Autonomie? Undenkbar, von speziellen Pflegebetten für Gehbehinderte, Kinder oder Übergewichtige gar nicht zu reden.

Krankenpflege: Erste Standards

Kirchen und Klöster führten die Hospitäler: Zu einem der ältesten Krankenhäuser, gegründet 651, zählt die Herberge Hôtel-Dieu de Paris. Eine der bis heute gut erhaltenen Einrichtungen (von 1293) steht in Tonnerre, Frankreich - und versorgte 40 Kranke. Pflegebedürftige waren in einem einzigen Hauptsaal untergebracht, für spezielle Lagerung in bestimmten Positionen sorgten stabilisierende Decken und Kissen. Ebenfalls in Frankreich gründete sich 1617 der Vorläufer der Caritas, die Confrérie des Dames de la Charité, Schwesternschaft der Damen der christlichen Nächstenliebe. Doch welchen Standards folgte die Krankenpflege? Bis Professor Franz Anton Mai sein Pflegelehrbuch "Unterricht für Krankenwärter" veröffentlichte, sollte es noch bis 1782 dauern. Im 19. Jahrhundert tritt Florence Nightingale (1820-1910) an, die britische Krankenpflege zu organisieren. Auch werden erste Krankenbetten mit seilgeführten Konstruktionen für ein zielgenaueres Lagern von Armen und Beinen eingeführt. Bis zum progressiven Pflegebett mit integriertem Lifter, vom Patienten selbstständig zur Mobilisierung ausklappbar, soll es noch dauern! Zunächst wird im Zuge der Organisation der Kriegslazarette auch die stationäre Hospitalpflege reformiert - bis zu fortschrittlicheren Matratzenarten.

Endlich: Pflegebetten, die therapeutisch lagern

Quizfrage: Welche Jahreszahl gilt als Meilenstein in der Pflege? 1883, denn Otto von Bismarck führt die Kranken- und Sozialversicherung ein: Erste Pflegeheime entstehen, das Hospital wird zum Krankenhaus. Als Unternehmen arbeitet es nach wirtschaftlichen Effizienzaspekten und ist Ort von Diagnostik, Therapie, Ausbildung und Forschung. 1960 manifestiert sich ein neue Perspektive auf Kranken- und Altenpflege in der erstmaligen Einführung der sozialpflegerisch orientierten Ausbildung zum Altenpfleger. Zuerst in Nordrhein-Westfalen eingeführt, wird diese ab 1979 bundesweit möglich. Krankenstationen, noch um 1970 aus 40 Betten bestehend, werden zu Pflegegruppen mit bis zu 20 Betten umgewandelt. Tatsächlich: Erst das 20. Jahrhundert erkennt die Notwendigkeit ergonomisch sinnvoller Arbeitskonzepte in der Pflege - und entwickelt die Methoden therapeutischer Lagerung wirklich weiter: Elektronisch regulierbare lösen manuelle Krankenbettsysteme ab, wobei Technikinnovationen mit gewisser Zeitverzögerung bei Pflegebetten für die häusliche Versorgung adaptiert werden. Die Ziele: Menschen komfortabel, aber flexibel lagern, angepasst an Körperform, -maße und -gewicht sowie Erkrankung. Über die bloße Lagerung hinaus soll Bewegung und Therapie im/am Pflegebett realisiert werden, Betroffene trotz Handicaps ein Stück Selbständigkeit bewahren. Last but not least: Funktionale Pflegebetten gestalten Arbeitsabläufe ergonomisch sinnvoll - eine deutliche Entlastung für Pflegekräfte. Entsprechend sehen die 1990er den Aufbau einer eigenen Ethik in der Pflege sowie 1995 die Einführung der staatlichen Pflegeversicherung. Auch endlich geschafft: Das Jahr 2000 bringt die bundeseinheitliche Altenpflegeausbildung.

Rundum spezialisiert: Pflegebetten heute

Ein langer Weg! Zu der Erkenntnis, dass nur bedürfnisgerechtes Liegen erholsamen, weil für Gesundheit und Regeneration unverzichtbaren Schlaf bringt, oder? Moderne Bettsysteme tragen dieser Forderung mit einem differenzierteren Funktionsspektrum Rechnung: Winkelverstellbare Rückenteile erlauben das Einnehmen von Mahlzeiten in aufrechter Position. Schmerzreduzierende bzw. therapeutische Lagerung sind kein Problem - dank viergeteilter Liegeflächen, in der Einstiegshöhe fast beliebig verstelbar. Darüber hinaus formieren sich Betttypen wie Aufstehbetten, elektromotorische Einlegerahmen (rüstet das vertraute Bett zum verstellbaren Pflegebett auf), Seitenlagerungs- und Stehbetten sowie Seniorenbetten. Spezialisierte Pflegebetten wie das Stroke-Bett lagern Menschen nach einem Schlaganfall. Außerdem haben sie gelernt, mitzudenken - und lassen sich auf rückenschonende Arbeitshöhe von 80 cm Matratzenoberkante fahren. Pflegebetten erfüllen verbindliche Hygieneanforderungen sowohl im Krankenhausalltag als auch in der häuslichen Pflege. Weil sie auch bei hohem Patientengewicht langfristig belastbar sind, durchlaufen moderne, wartungsarme Konstruktionen zahlreiche Bewegungszyklen problemlos. Auch beim Feuchteschutz wurde nachgebessert, nachdem 1999 bis 2002 Fälle von Bränden, ausgelöst durch Defizite der Elektrik, Medienthema waren. Heute unterliegen Pflegebetten der Sicherheitsnorm für Krankenhausbetten EN 60601-2-52, Antriebssysteme der Feuchtigkeitsschutzklasse IPX 4.2.

Die Zukunft: Vernetztes Pflegebett?

Und die Entwicklung geht weiter: Einzelfunktionen wie Steuerungskomfort per Sprachmodus, Infrarotfernbedienung und das Ansprechen von mehr und mehr Lattenrostsegmenten werden weiter ausgefeilt, schnellere (De-)Montage senkt Wiedereinsatzkosten. Dazu bieten zunehmend wohnlichere Designs immer mehr Auswahl für jeden Geschmack - bis zu individualisierbaren Bezugsstoffen. Auch als echte Pflegebetten mit Hilfsmittelnummer? Aber sicher - bei entsprechender Indikation durch die Kasse bezahlt. Einen der Innovationshauptaspekte bildet jedoch die Vernetzung: Bereits die "Altenpflege 2013" stellte ein Niedrigpflegebett mit Hightech-Krankenbettausstattung vor. Im Paket: Rundum Sturzprävention durch eine mit dem Hausrufsystem vernetzten Sicherheitssensorik - zur Überwachung der Patientenbewegungen. Verlässt der Bewohner das Bett? Die Sensorik erkennt es - und überwacht gleichzeitig die Arretierung von Seitensicherung und Bremsen. Ein integriertes Wiegesystem mit Speicherfunktion kontrolliert des Gewicht des Schläfers, ohne diesen extra zu mobilisieren, das Pflegepersonal steuert alle Funktionen zentral über Touchscreen-Monitor.

Lust, sich näher mit der Geschichte der Pflege zu beschäftigen? Besuchen Sie einfach eines der Museen zur Medizin- und Pflegegeschichte, wie das Museum Hôtel-Dieu, Beaune, ein 1443 gegründetes Krankenhaus oder das Pflegemuseum Kaiserswerth (Link: http://fliedner-kulturstiftung.de/index.php/das-museum).

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