Pflegebett Wohnumfeldverbesserung, was wird bezuschusst?

Pflegebedürftig, aber trotzdem selbstständig in der eigenen Wohnung leben und sich bewegen? Machbar, allerdings will der Abbau von Barrieren finanziert sein. Doch wer zahlt was? Und fallen Deckenlifter, Bettsysteme wie Pflegebetten oder Einlegerahmen unter die bezuschussungsfähigen Maßnahmen, wenn es darum geht, das Wohnumfeld in der Pflege zu verbessern? Viele Fragen - hier sind die Antworten.

Wohnumfeldverbesserung: Zuschuss der Pflegekasse

Wer jeweils zahlt, hängt von der Ursache der Behinderung bzw. körperlichen Einschränkung und der eigenen finanziellen Leistungsfähigkeit ab - ob Sozialhilfeträger, Krankenkasse, Unfallversicherung, Reha oder Stiftung; auch Steuererleichterungen lassen sich ggf. nutzen. Ist die gesetzliche Pflegeversicherung (Link: https://www.jurion.de/Gesetze/SGB_XI/40) zuständig (für private Pflegeversicherungen sind die AGB nach MB/PPV 2016 maßgebend), muss eine Wohnumfeldverbesserung die Pflege im häuslichen Bereich erleichtern oder erst ermöglichen, die selbstständige Lebensführung wieder herstellen bzw. pflegende Angehörige entlasten. Der Pflegekassen-Zuschuss beträgt maximal 4.000 Euro - pro Maßnahme. Macht der verschlechterte Zustand des Pflegebedürftigen neue Baumaßnahmen notwendig, kann erneut Anspruch auf Zuschuss bestehen. Mehrkosten lassen sich durch die KfW-Bank finanzieren (Link: https://www.kfw.de), die dazu spezielle Förderungen wie das Programm "Altersgerecht umbauen" mit Investitionszuschüssen und zinsgünstigen Krediten aufgelegt hat. Maximal 16.000 Euro gibt es, wenn mehrere Pflegebedürftige gemeinsam wohnen: Sind es mehr als vier, wird dieser Betrag auf die Anspruchsberechtigten aufgeteilt. Außerdem erhalten ambulant betreute Wohngruppen mit drei Pflegebedürftigen und mehr einen Wohngruppenzuschlag von 205,00 Euro pro Kopf - auch Versicherte der Pflegestufe 0 (ohne Pflegestufe). Das Pflegestärkungsgesetz sieht hier für Versicherte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz Verbesserungen vor.

Kommen und gehen - Leistungen rund um die Wohnung

Bereits im Umfeld des eigentlichen Wohnbereichs ist Vieles machbar, wie Einbau oder Anpassung eines Personenaufzugs, mit ebenerdigem Zugang und einer Bedienleiste in Greifhöhe. Die Treppe meistern? Kein Problem mit gut zu umfassenden Handläufen zu beiden Seiten, unterstützt durch Rampen, Treppenlifter und Stufenmarkierungen, die Stolpern vorbeugen. Die Post holen? Für Rollstuhlfahrer wird die Greifhöhe des Briefkastens abgesenkt, dazu Türen vergrößert, mit Pneumatik ausgerüst und Türschwellen abgebaut. Sicherungstüren verhindern, dass sich Demenzpatienten selbst gefährden. Doch jetzt klingelt es: Ein abgesenkter Türspion und die neue Gegensprechanlage verraten, ob der Besuch willkommen ist. In der Wohnung selbst bieten ertastbare Orientierungshilfen Sehbehinderten Unterstützung. Und neuerdings sorgt eine elektrische Heizung für wohlige Wärme - denn der Hilfebedarf zur Beschaffung von Heizmaterial wie Kohle oder Holz fällt so weg.

Alten- und behindertengerecht - von Küche bis Bad

Eine altengerechte Küche ist Zentrum selbstständiger Lebensführung: Kühlschrank, Herd und Arbeitsplatte sind in der Höhe angepasst, gespült wird im Sitzen. Lebensmittel erreichen? Küchenoberschränke lassen sich maschinell absenken, Unterschränke herausfahren, Rollstuhlfahrer unterfahren ihre komplette Kücheneinrichtung. Nicht nur in der Küche, sondern auch im Bad sind die Armaturen mit verlängerten Hebeln ausgestattet. Werden Warmwasserquellen ansonsten nicht erreicht, wird ein Warmwassergerät eingebaut. Ein Bad nehmen? Achtung: Die Pflegekasse zahlt nur Einstiegshilfen für die Badewanne, die Eingriffe in die Bausubstanz erfordern - alles, was aufgeschraubt wird, ist als Hilfsmittel zu beantragen. Ihnen steht der Sinn nach einer Dusche? Auch das wird bezuschusst, sogar mit ebenerdigem Zugang, aber nur dann, wenn sich die Badewanne nicht mit Hilfsmitteln nutzen lässt. Auch die Waschtischhöhe ist anpassbar, ebenso wie die WC-Sitzhöhe per Sockel. Sie leben in einem Einfamilienhaus, aber Schlafzimmer und Bad befinden sich im Obergeschoss? Wechseln Sie das Stockwerk - auch ein kompletter Badeinbau wird bezuschusst, ebenso wie der Umzug eines Rollstuhlfahrers in eine behindertengerechte Wohnung.

Schlafen und Wohnen

Rund ums Bett sorgen Umbaumaßnahmen für freien Bettzugang nach DIN 18040 und schaffen mehr Bewegungsfläche für den Rollstuhl. Nachtbeleuchtung und Licht lassen sich per Fernbedienung betätigen. Auch an einem neuen, rutschhemmenden Bodenbelag sowie Steckdosen und Lichtschaltern in Greifhöhe, die vom Bett aus erreichbar sind, beteiligt sich die Pflegekasse. Elektrische Rollläden? Mildert diese (kühlende) Maßnahme die Beschwerden des Pflegebedürftigen, weil er sich in diesem Raum aufhalten muss, werden auch diese bezahlt. Fehlt nur noch ein behagliches Pflegebett! Aber zählen Pflegebetten, Einlegerahmen und Bettsysteme zu den bezuschussungsfähigen Maßnahmen. Nein, Pflegebetten sind gesondert zu beantragen. Gut so, denn der Maximalbetrag von 4.000 Euro ist nicht ausreichend, um auch noch (Pflege-)Hilfsmittel daraus zu finanzieren.

Pflegehilfsmittel: Bettsysteme & Co.

Etwas, das das Bundessozialgericht im August 2009 im Fall eines Deckenlifters klarstellte (Aktenzeichen B 3 P 4/08 R), der über 6.000 Euro kostete. Ein Badewannen- und Deckenlifter ist ein Hilfsmittel, das sich mit wenigen Schrauben und Dübeln anbringen lässt. Fester Bestandteil der Wohnung ist er nicht und zieht - genauso wie ein Pflegebett - bei Wohnungswechsel mit um. Dagegen erfordert eine Wohnumfeldverbesserung immer einen Eingriff in die Bausubstanz - wie bei einer Türverbreiterung oder Anpassung der WC-Sitzhöhe durch eigens dazu errichteten Sockel. Neben Pflegebetten zählen auch Notrufsysteme, elektromotorische Hebepflegerahmen, Pflegebett-Tische und Pflegerollstühle zu den Hilfsmitteln. Klar ist: Dass Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes durch Pflegekasse oder andere Leistungsträger bewilligt werden, darf den Anspruch auf Hilfsmittel (§ 33 SGB V bzw. Pflegehilfsmittel § 40 Abs. 1 SGB XI) nicht ausschließen.

Wohnungsrenovierung durch die Pflegekasse?

Gewusst? Zu Kosten der Wohnumfeldverbesserung zählen neben Materialkosten auch statische Gutachten, Antragsgebühren, Kosten der Beratung im Vorfeld sowie der Bauüberwachung. Helfen Familienmitglieder und Bekannte am Bau mit, gehören auch tatsächliche Aufwendungen für Fahrtkosten und Verdienstausfall dazu. Eine Durchführung durch den Fachbetrieb ist keine Voraussetzung. Auf diesem Wege allgemeine Modernisierung zu erledigen, mag einen gewissen Charme haben, ist aber nicht von Erstattungserfolg gekrönt; dazu zählt:

- Beseitigen von Feuchteschäden
- Brandschutz
- Schönheitsreparaturen wie Anstreicharbeiten oder Tapezieren
- Reparatur von Treppenstufen
- Schallschutz und Wärmedämmung
- Austausch von Warmwasseraufbereitung und Heizung
- Einrichtung funktionierender Beleuchtung von Eingangsbereich und Treppenhaus
- Rollstuhlgarage
- Ausstattung mit Waschmaschine, Kühlschrank oder Telefon

Kurz gesagt: Alles, was einen normalen Standard wiederherstellt oder diesen herbeiführt, wird nicht bezuschusst. Sie möchten einen Antrag auf Bezuschussung einer Maßnahme stellen? Immer, bevor Sie mit dem Umbau beginnen! Neben persönlichen Daten des Pflegebedürftigen, dessen Adresse und Kontoverbindung bzw. denen des Handwerksbetriebes (Abtretungserklärung erteilen!) muss der Antrag die Baumaßnahme im Detail beschreiben, Kostenvoranschläge beilegen - und detaillierte Gründe für den Umbau nennen.

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