Pflegebett & Rezept

Pflegebett auf Rezept - wie geht das? Wer hat Anspruch auf ein Pflegebett?
Laut § 33 Abs. 1 SGB V haben Versicherte Anspruch auf Pflegehilfsmittel, höhenverstellbare Pflegebetten gehören dazu. Seit dem 1. Januar 2013 haben auch Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die Hilfe bei Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung brauchen, einen Anspruch - auch dann, wenn sie die Kriterien für Pflegestufe 1 nicht erfüllen. Was steht in der Pflegebett-Verordnung des Hausarztes? Neben der Diagnose die zwölfstellige Produktnummer aus dem Hilfsmittelverzeichnis, das Festpreise als Pauschale oder Miete inklusive Zubehör nennt, einzusehen unter rehadat.de. Rehadat, ein durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördertes Angebot des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, informiert kostenlos und neutral zu vielen Themen rund um Pflegehilfsmittel.

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Pflegestufe, Kosten und Lieferung
Keine gesonderte ärztliche Verordnung ist einzureichen, wenn Sie bereits einer der Pflegestufen 0-3 zugeordnet sind. Oft prüft der Medizinische Dienst schon bei der Begutachtung den Hilfsmittelbedarf und gibt Empfehlungen an die Pflegekassen. Wer als hilfebedürftig eingestuft ist,
kann sich durch seinen ambulanten Pflegedienst oder sein Sanitätshaus bei bürokratischen Abläufen und der Wahl des richtigen Pflegebettes unterstützen lassen. Hat die Kasse das ausgewählte genehmigt, wird es durch den spezialisierten Fachhändler geliefert und aufgestellt. Muss das Pflegebett gewartet werden, ist keine extra Verordnung nötig: Nach Terminabsprache führt das Sanitätshaus die Wartung durch. Ein neuer Einlegerahmen muss her, aber die Reparatur ist zu umständlich? Dann wird er zeitnah gegen einen neuen ausgetauscht.


Handelt es sich beim Pflegebett um keine Leihgabe der Kasse, beteiligt sich der Leistungsempfänger mit zehn Prozent, aber höchstens 25 Euro an den Kosten. Pflegebedürftige unter 18 müssen ebenso wenig zuzahlen wie Menschen, deren Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt die jährliche Belastungsgrenze unterschreiten.

Kostenübernahme abgelehnt? Kämpfen lohnt sich
Immer wieder wird die Kostenübernahme durch die Krankenkassen abgelehnt - nicht immer mit Berechtigung. Zwar richtet sich die Hilfsmittelversorgung bei privaten Krankenkassen nach dem vereinbarten Tarif, aber auch private Pflegeversicherungen müssen pflegebedürftigen Menschen die Kosten für ein elektrisches Pflegebett erstatten, sofern bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Mit seinem Urteil vom 3. April 2013 (Aktenzeichen: L 2 P 66/11) sprach das Bayerische Landessozialgericht einem Kläger mit Muskelschwunderkrankung, der nachts auf Sauerstoffbeatmung angewiesen ist, ein elektrisches Pflegebett zu. Der 1961 geborene Mann mit Pflegestufe II begründete seinen Wunsch wie folgt: Dank Höhenverstellung und absenkbaren Gittern könne er selbstständig in seinen elektrischen Rollstuhl wechseln, auch nachts die Toilette aufsuchen und sich durch beidseitige Haltemöglichkeiten leichter aufrichten. Dazu schone das elektrische Pflegebett den Rücken seiner pflegenden Angehörigen. Doch die Pflegeversicherung verwies ihn auf ein Standardbett: Die Erhöhung der Selbstständigkeit sei nicht im Versicherungsschutz enthalten, sondern Sache des Behindertenausgleichs der Krankenkasse. Das Gericht sah dies anders: Als Pflegehilfsmittel diene das Pflegebett im Schwerpunkt erleichterter Pflege und Beschwerdelinderung. Der Kläger würde besser gelagert und pflegerische Maßnahmen erleichtert. Und die gesteigerte Selbstständigkeit? Ja, auch diese ordnete das Gericht als Erleichterung der Pflege ein. Achtung! Der Bedürftige hat kein Recht auf ein neues Bett. Die Krankenkassen / Pflegekassen, haben Ihre Verträge so geregelt, das der Leistungserbringer, sprich das Sanitätshaus für eine Mietpauschale das Pflegebett abgibt. Dabei handelt sich meist um ein einfaches gebrauchtes Standardpflegebett, was wiederholt zum Einsatz kommt, das medizinisch gereinigt und technisch durchgeprüft wird, bevor der nächste Patient das Bett erhält. Das Pflegebett bleibt dabei Eigentum des Sanitätshauses. Der Patient hat nicht das Recht sich ein Bett auszusuchen. Entscheidend ist, das das Pflegebett zweckgerecht ist.

 

Hinweis: Unsere Beiträge stellen in keinem Fall einen Ersatz für eine ärztliche Beratung oder einer Rechtsberatung da. Wenden Sie sich immer an einen Arzt oder einen Rechtsberater, bei weiteren Fragen. Eine Haftung für die Vollständigkeit, die Aktualität, die Fehlerfreiheit oder die Erreichbarkeit der bereitgestellten Informationen ist ausgeschlossen.

 

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  • gut verständlich

    Wirklich hilfreicher und gut verständlicher Artikel. Es ist doch immer wieder leider so das man nicht weiß welche Möglichkeiten man und wo nach sich was richtet.
    Vielen Dank!

  • Die Krankenkasse erzählte mir was anderes.

    Meine Krankenkasse sagte mir ich hätte nur mit einer Pflegestufe das Recht dazu. Aufgrund des Artikels, habe ich mich mit der Kasse arrangiert und kaufe mir nun mein Bett Privat und die Kasse steuert etwas bei. Danke für den Beitrag. Klaus M. aus Münster

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