Pflege, Steuern, Altervorsorge: Welche Neuerungen bringt 2017?

Stichtag 1. Januar: Wie jedes Jahr treten Änderungen in unterschiedlichsten Bereichen in Kraft. 2017 bringt leichte Steuerentlastungen, der Mindestlohn steigt und Pflegegrade ersetzen die bisherigen Pflegestufen. Was ändert sich sonst noch? Hier sind die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Rente und Teilrente: Mehr dazu verdienen

Wenn sie steigen, dann im Sommer: 2017 können Rentner mit 2 Prozent mehr rechnen. Allerdings sind für Neurentner statt 72 Prozent 74 Prozent der Rente steuerpflichtig. Sie möchten später in Rente gehen? Die neue Flexirente macht es möglich, eine Teilrente zu beziehen und trotzdem weiter Teilzeit zu arbeiten. Wer die Teilrente mit 63 nutzt, darf nun mehr dazuverdienen: Vorher mussten Rentner bei einem Zuverdienst von über 450 Euro bis zu zwei Drittel an Einbußen verschmerzen. Ab Juli 2017 steigt die Zuverdienstgrenze auf 6300 Euro im Jahr. Was darüber liegt, wird zu 40 Prozent angerechnet.

Pflege: Mehr Leistungen am Seniorenbett 

Das aktuelle Pflegestärkungsgesetz hat ein erweitertes Leistungsangebot für pflegebedürftige Menschen und ihre betreuenden Angehörigen im Gepäck - und einen aktualisierten Begriff davon, was Pflegebedürftigkeit meint: Der Zeitaufwand für die Pflege tritt zugunsten des Faktors der Selbstständigkeit in den Hintergrund, Demenzkranke werden Betroffenen mit körperlichen Einschränkungen vom Prinzip und Leistungsanspruch her gleichgestellt. Fünf Pflegegrade ersetzen die bisherigen drei Pflegestufen, ohne künftige und bisherige gesetzlich wie auch privat versicherte Leistungsbezieher schlechter zu stellen. Auch werden pflegende Angehörige im Bereich Sozialbeiträge entlastet.

Steuern: Mehr im Portemonnaie für Berufstätige

Sie arbeiten im Niedriglohnsektor? Dann zahlt man Ihnen ab sofort 8,84 Euro statt 8,50 Euro Mindestlohn die Stunde. Im Bereich Lohn- und Einkommenssteuer erhöht sich der steuerliche Grundfreibetrag um 168 Euro: Bei Ledigen packt der Fiskus erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 8820 Euro zu, bei Ehepaaren bzw. eingetragenen Lebenspartnerschaften ab 17640 Euro. Auch der Kinderfreibetrag steigt - in einem ersten Schritt - um 108 Euro auf nun 7248 Euro. Wo bei der monatlichen Lohnsteuer Freibeträge berücksichtigt werden, besteht bei Einkünften über 11200 Euro die Pflicht zur Einkommensteuererklärung. Sie werden zur Einkommensteuer veranlagt? Ausgeweitete Eckwerte lassen einige Steuersätze erst bei höherem Einkommen greifen. Der Zweck: Mehrbelastungen durch Faktoren wie Inflation, Gehaltssteigerungen und progressive Besteuerung auszugleichen, also die so genannte kalte Progression abzumildern, startend bei 14 Prozent bei einem Jahreseinkommen von 8821 Euro vor Steuern für Ledige bis zu einem Satz von 42 Prozent ab einem Einkommen von 54058 Euro. Ältere Einkommenssteuerzahler profitieren von einem Altersentlastungsbetrag von 20,8 Prozent vom Brutto - bis maximal 988 Euro, greifend im Jahr nach Vollendung des 64. Lebensjahrs.

Altersvorsorge: Mehr absetzen, weniger Garantiezins

Der Spielraum zum Absetzen von Aufwendungen der Altersvorsorge wie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Versorgungswerken wächst: Sonderausgaben werden bis zu einem Höchstbetrag von 23362 Euro bzw. maximal 84 Prozent berücksichtigt. Sie sind als Arbeitnehmer gesetzlich rentenversichert? Dann müssen Sie den steuerfreien Arbeitgeberanteil von Ihren Vorsorgeaufwendungen abziehen. Sie planen eine Lebensversicherung? Leider sinkt der Garantiezins - der Zinssatz, den Versicherer auf Sparanteile garantieren - für Neuverträge von 1,25 auf 0,9 Prozent. Neue Regelungen gelten auch bei der Versteuerung von Einmalauszahlungen: Wer nach 2004 eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht abgeschlossen hat, muss die Differenz zwischen Beiträgen und Versicherungsleistung zur Hälfte versteuern - sofern er bei Auszahlung das 60. Lebensjahr vollendet hat und auf eine bis dato zwölfjährige Vertragsdauer zurückblickt.

Riester, Rürup, Betriebsrente

Riestern oder Basisrentenvertrag abschließen? Aber wie erkennen, was ein Produkt bietet oder welche Risiken lauern? Jetzt steht Interessierten ein einheitliches Produktinformationsblatt (PIB) potenzieller Anbieter verbindlich zur Verfügung, das jedes Produkt einer Chancen-Risiko-Klasse zuordnet. Inhaber von Rürup-Renten (Basisrenten) können künftig mehr Beiträge als Sonderausgaben absetzen. Der steuerliche Höchstbetrag steigt von 22767 auf 23362 Euro, ebenso der berücksichtigte Anteil eingezahlter Beiträge - von 82 auf 84 Prozent, maximal sind 19624 Euro abzugsfähig. Bei betrieblicher Altersvorsorge steigt die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung und damit auch der Teil eines Gehalts, den Arbeitgeber ohne Steuern und Abgaben in Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds investieren können. Maximal werden statt bisher 2976 nun 3048 Euro jährlich gefördert; darüber hinaus sind unter bestimmten Bedingungen weitere 1800 Euro pro Jahr steuerfrei.

Beiträge: Krankenversicherung & Pflegeversicherung

Mit durchschnittlich 15,7 Prozent bleibt der Beitragssatz zur Krankenversicherung stabil, zusammengesetzt aus Arbeitnehmerzusatzbeitrag von 1,1 und den 14,6 Prozent, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen. Gleiches gilt mit 18,7 Prozent für den Beitrag zur Rentenversicherung. Der Satz zur Pflegeversicherung dagegen klettert auf 2,55 Prozent, für Kinderlose auf 2,8 Prozent. Gleichzeitig wurde die Beitragsbemessungsgrenze für Beiträge auf Lohn, Gehalt oder Rente ausgeweitet - im Westen auf 6350 Euro, im Osten auf 5700 Euro pro Monat. Die Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Krankenversicherung liegt bei bundeseinheitlichen 52200 Euro jährlich. Beschäftigte, die bis zu 57600 Euro verdienen, müssen gesetzlich kranken- und pflegeversichert sein.

Kinder, Kinder!

Besser als nichts: Das Kindergeld wird um zwei Euro aufgestockt. Familien mit einem oder zwei Kindern erhalten nun 192 Euro pro Kind, ein drittes erhält 198, das vierte 223 Euro. Außerdem können sich Geringverdiener über einen 10 Euro höheren Kinderzuschlag von nun 170 Euro pro Monat freuen. Unterhaltskosten für Kinder und sonstige Dritte lassen sich mit bis zu 8820 Euro geltend machen - 168 Euro mehr als im Vorjahr. Für 2017 ist auch eine Ausweitung des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende angedacht, aber aufgrund ungeklärter Finanzierungsfragen noch nicht beschlossen: Auf Antrag springt der Unterhaltsvorschuss ein, um nicht gezahlten Kindesunterhalt zumindest teilweise auszugleichen. Dabei soll die Begrenzung der Bezugsdauer auf sechs Jahre und bis zur Altersgrenze von 12 Jahren fallen. Ein paar Euro mehr gibt es auch für Bezieher von ALG II (Hartz 4) - alleinstehende Leistungsbezieher erhalten statt 404 nun 409 Euro pro Monat. Während Kindern bis zu sechs Jahren weiter 237 Euro ALG II monatlich zustehen, erhalten Kinder zwischen 6 und 13 Jahren 21 Euro mehr - nun 291 Euro im Monat, Jugendliche bis 18 Jahre 311 Euro.

Energie: 2017 teurer

Strom wird teurer: Grund ist die EEG-Umlage. Um erneuerbare Energien zu fördern, beträgt die Ökostrom-Umlage nun 6,88 statt bisher 6,35 Cent die Kilowattstunde. Auch die Netzentgelte steigen: Anbieter können diese Steigerungen an ihre Kunden weiterreichen. Nutzen Sie Ihr Sonderkündigungsrecht, um ggf. Tarif oder Anbieter zu wechseln! Im Bereich Ökostrom-Förderung sind hauptsächlich Betreiber größerer Windparks, Solaranlagen und Biogas-Anlagen von Änderungen betroffen, denn die feste gesetzliche Vergütung fällt weg. Stattdessen schreibt man neue Projekte aus: Den Zuschlag erhält, wer pro Kilowattstunde am geringsten subventioniert werden muss - ein Nachteil für alle, die auf langfristige Subventionen vertraut haben.

Energieeffizienz: Von Heizung bis Elektromobil

Was geht mich mein Staubsauger von gestern an? Vielleicht eine Menge: Ist der alte schwach auf der Brust, können Sie noch bis September einen leistungsstarken neuen erwerben. Ab September 2017 werden laut EU-Ökodesign-Richtlinie nur noch Geräte bis 900 Watt, die einen Jahresstromverbrauch von höchstens 43 Kilowattstunden erwarten lassen, im Handel zu finden sein. Ob dies tatsächlich zu Lasten der Saugkraft geht, ist unter Experten umstritten. Auch Heizungsanlagen rücken in den Blick: Schon seit 2016 müssen sie mit Energieeffizienz-Kennzeichnung versehen sein. Heizungen, die noch ohne sind, werden jetzt durch den Bezirksschornsteinfeger (nach Baujahren gestaffelt) damit ausgestattet. Grund zur Freude haben alle, die ein reines Elektrofahrzeug wie einen E-Scooter, ein Hybridfahrzeug oder ein zugelassenes E-Bike fahren, die dieses bei Ihrem Arbeitgeber günstig oder kostenlos aufladen. Denn das ist - zunächst bis 2020 befristet - aber ab sofort steuerfrei.

 

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