Pflege & Forschung 2020: Technik zum Menschen bringen

Pflege & Forschung 2020: Technik zum Menschen bringen


Menschlich zugewandte Pflege ist gute Pflege, unbestritten. Angesichts von demografischem Wandel und Pflegenotstand stellt sich die Frage: Wie kann Forschung und technische Innovation Pflege verbessern? Das Versprechen: Entlastung für Pflegende, gleichzeitig ein Mehr als Lebensqualität für den Pflegebedürftigen. Dabei soll gute Pflege den Menschen im Pflegebett als Persönlichkeit mit individuellen Möglichkeiten sehen, dessen Mobilität es möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu erhalten gilt. Was bringt die Zukunft?

Pflegetechnologien: Vorteile für Patienten und Pflegende

Tassen, die überwachen, ob Betroffene genug Flüssigkeit aufnehmen, Sensoren, die Stürze erkennen und Hilfe herbeirufen, digitale Assistenzsysteme, die im Alltag erprobt und weiterentwickelt werden: Technische Innovationen vereinfachen den Arbeitsalltag in Krankenhaus und Reha, aber auch für ambulante Pflegedienste und häuslich pflegende Angehörige. In Zeiten von Personalmangel springen Pflegetechnologien in die Lücke, aber sollen auch Räume für mehr menschliche Zuwendung öffnen. Neue, durch die Forschung erdachte Lösungen werden durch die Wirtschaft in Form unkompliziert nutzbarer Produktanwendungen realisiert - für viele Menschen. Pflege meint heilen und versorgen, und spricht damit nicht nur von Patienten, sondern von Pflegebedürftigen. Was nicht zwingend dasselbe meint - denn nicht jeder, der eingeschränkt ist, ist krank: Gute Hilfsmittel erweitern den Bereich, in dem jeder einzelne Pflegebedürftige trotz Einschränkung aktiv sein kann.

Innovation Pflege: Bund fördert Pflegepraxiszentren

Aktuell fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Entwicklung neuer Pflegetechnologien. 2017 startete der Cluster "Zukunft der Pflege", Teil des Forschungsprogramms "Technik zum Menschen bringen", in den bis 2022 20 Millionen Euro fließen sollen. Mit Bezug auf Intensiv- und Palliativpflege erforscht ein so genanntes Pflegeinnovationszentrum aus Ingenieuren und Pflegewissenschaftlern neue Technologien unter realistischen Bedingungen. Ab sofort nehmen vier Pflegepraxiszentren in Baden-Württemberg (Freiburg), Bayern (Nürnberg), Berlin und Niedersachsen (Hannover) den Betrieb auf, im Pflegealltag eingesetzt und auf Praxistauglichkeit untersucht. Alle Pflegebereiche von klinisch über stationär bis ambulant sind abgedeckt. Darüber hinaus sollen die Pflegepraxiszentren ihr Wissen im Rahmen pflegerischer Aus- und Weiterbildung weitergeben, also künftig als Lernorte für die Ausbildung und Weiterbildung von Pflegekräften dienen.

Mobilisierung 2020: Gehtraining mit dem Roboter

Impulse, die in die Lehrpläne der Pflegeausbildung Eingang finden, im Einsatz dieser Technologien in der Pflege schulen sowie über deren Bedeutung für die Gesellschaft aufklären sollen. Bereits jetzt sind Sensorik, Robotik und virtuelle Welten im Alltag präsent. Zunehmend erreichen diese auch die Pflege - etwa als technische Assistenzsysteme wie intelligente Pflegebetten oder digitale Begleiter wie Wearables. Helfer, die Routinearbeiten übernehmen und Pflegebedürftige zugleich zu mehr Autonomie verhelfen. Unter der Voraussetzung, dass Nutzer diese akzeptieren, weil sie als verlässlich und vertrauenswürdig erlebt werden. Pflegedienste, Pflegeheime und Kliniken sind Mittler und Bindeglied in diesem Prozess: Sie führen die Menschen im Pflegebett an die technischen Neuheiten heran. Innovationen, die die Genesung gezielter fördern sollen, indem sie Intensivpatienten so früh wie möglich mobilisieren, Herz und Kreislauf anregen sowie Begleiterscheinungen von Bettlägerigkeit wie Druckgeschwüre verhindern. Mobile Patienten helfen aktiv mit, was personalintensiver Pflegetätigkeit Luft verschafft. Ein Zauberwort dabei heißt adaptive Robotik: Ein aufrichtbares Pflegebett mit Roboterkomponenten unterstützt das Aufrichten und regelmäßige Gehbewegungstraining. Die Maxime dabei: Assist-as-needed (so helfen, wie es gebraucht wird). Technik, die erkennt, was der Patient kann - und sich darauf einstellt.

Seniorenbetten: Clever mobilisieren, digital kommunizieren

Auch die Herforder Stiegelmeyer Gruppe, führend bei Klinikbetten, geht diesen Weg, nicht zuletzt in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Bewegungsvorgänge (KfB) der Fachhochschule Bielefeld, u. a. präsentiert auf der Medica 2010. Ein Forschungsprojekt widmet sich der ergonomischen Handhabung und optimalen Bedienbarkeit von Pflegebetten. Mit dem Pflegebett Vertica Homecare beweist die Stiegelmeyer Tochter Burmeier außerdem, wie Mobilisierung in den eigenen vier Wänden kraftsparend gelingt. Das wohnliche Pflegebett und Seniorenbett Vertica Homecare realisiert natürliches, weil vertikales Aufrichten - und bringt Pflegebedürftige schonend in Sitz- und Aufstehposition, bereit, Gespräche auf Augenhöhe zu führen und am Alltag teilzunehmen. Der Transfer durch die Pflegekraft entfällt (Link: https://www.pflegebetten-24.de/pflegebetten-pflege-ratgeber/mit-pflegebett-vertica-auf-augenhoehe-sitzen-jetzt-beraten-lassen). Eine Sorge weniger verspricht das intuitive Burmeier Care Communication System (CCS) für zu Hause: Das einfach installierte Kommunikationsmodul von Linak sitzt als Box am Pflegebett - wie dem DALI II 24 Volt. Praxisfreundlich, nutzt CCS digitale Technik auch in Kombination mit einem Out-Of-Bed-System: Der Pflegebedürftige verlässt gerade das Bett? Oder kehrt zurück? Pflegende Angehörige wissen Bescheid - oder erfahren via Smartphone oder Tablet, dass ihr Rückruf erwünscht ist (Link: https://www.pflegebetten-24.de/pflegebetten-pflege-ratgeber/pflege-notruf-care-communication-system-von-burmeier).

Schmerzen, Ängste? iSenDi für Demenzpatienten

Vieles geht: Neuartige Pflegetechnologien wie intelligente Pflegebetten erfassen mithilfe von Sensoren die Liegeposition Schwerstpflegebedürftiger, passen deren Lagerung bedarfsgerecht an, verbessern die Durchblutung und beugen Dekubitus vor. Pflegedokumentation - in Entlastung von Pflegekräften und Physiotherapeuten - übernehmen sie gleich mit. Einem Demenzkranken geht es nicht gut, aber er kann sich nicht bemerkbar machen? Auch das sollen die neuen Systeme erkennen: So verfolgt das Projekt iSenDi das Ziel, ein kabelloses, transportables und nicht-invasives Sensorsystem zu entwickeln. Der Demenzpatient im Pflegebett leidet unter Schmerzen, Atemnot oder Panikattacken? Das System erkennt es und meldet dies an die Pflegenden - per Sensor sowie Analyse- und Visualisierungseinheit. Wie die Akzeptanz des iSenDi-Systems ausfällt und wie iSenDi unter ethischen Aspekten beurteilt wird, ist ebenfalls Teil der Projektauswertung. Schließlich will die neue High-Tech-Strategie der Regierung, genannt "Pflegeinnovationen 2020", nichts Geringeres, als bedarfsgerechte, hochwertige Pflege sicherstellen, organisatorische Lösungen eingeschlossen. Ein System für die Praxis also, das technische und soziale Aspekte vereint, so jedenfalls die Hoffnung von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, die intelligente Technik so einsetzen will, "dass wieder mehr Zeit für menschliche Zuwendung" ist.

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