Pflege benötigt? Wer sich offiziell pflegebedürftig nennen darf

Sie betrifft Senioren, aber auch Kinder: Pflegebedürftigkeit ist ein allgemeines Lebensrisiko, das jeden Menschen treffen kann - jederzeit. Wer als pflegebedürftig gilt, steht im Sozialgesetzbuch §14 SGB XI (Link: http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/14.html). Mit dem Pflegestärkungsgesetz 2017, getragen durch einen neuen, differenzierteren Pflegebedürftigkeitsbegriff, wird - nach erfolgreichen Modellprojekten - gleichzeitig ein neues Begutachtungsverfahren eingeführt. Dieses soll a l l e wesentlichen Aspekte von Pflegebedürftigkeit berücksichtigen - neben körperlichen auch solche Einschränkungen, wie sie Demenzkranke häufig betreffen.

Pflegeversicherungsgesetz: An welche Menschen denkt es?

Weil jede Pflegebedürftigkeit der offiziellen Feststellung bedarf, lassen Pflegekassen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) prüfen: Sind die Voraussetzungen für Pflegebedürftigkeit erfüllt? Und in welcher Stufe? Erhalte ich ein Pflegebett? Betroffene, die einer Pflegestufe zugeordnet sind, haben Anspruch auf Pflegesachleistungen, Beiträge zu pflegerischen Aufwendungen stationärer Pflege, Pflegegeld und Pflegehilfsmittel, aber auch Förderung von Maßnahmen wie Umbau der Wohnung. Bei Kindern ist der zusätzliche Hilfebedarf gegenüber gesunden Gleichaltrigen Maßstab für die Einstufung. Tipp: Der Pflegeleistungs-Helfer, ein Rechner des Gesundheitsministeriums, verschafft einen ersten Überblick über den Leistungsanspruch. (Link: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/pflegeleistungs-helfer.html).

Um eine Pflegestufe zu bekommen, also als pflegebedürftig zu gelten, muss ich aufgrund körperlicher, geistiger oder seelischer Erkrankungen oder auch Behinderungen bei regelmäßig "wiederkehrenden Verrichtungen" des täglichen Lebens dauerhaft, voraussichtlich für einen Zeitraum von wenigstens sechs Monaten "in erheblichem oder höherem Maße" auf Unterstützung - zum Beispiel durch ein Pflegebett - angewiesen sein.

Zu diesen Beeinträchtigungen zählen:

- Verluste, Lähmungen, Funktionsstörungen von Stütz- und Bewegungsapparat
- Funktionsstörungen innerer Organe oder Sinnesorgane
- Störungen des Zentralen Nervensystems (Störungen von Antrieb, Gedächtnis oder Orientierung, Neurosen, endogene Psychosen, geistige Behinderung)

Und das gehört zu den regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens:

- Körperpflege (sich waschen, baden, duschen, Zähne putzen, Zahnprothese reinigen, sich kämmen, rasieren, Entleerung von Darm und Blase)
- Ernährung (mundgerechte Zubereitung, Hilfe bei der Nahrungsaufnahme)
- Mobilität (selbständiges Aufstehen und Zubettgehen, An- und Auskleiden, gehen, stehen, Treppen steigen, Wohnung verlassen und wieder aufsuchen)
- Haushalt führen (Wohnung putzen und beheizen, Geschirr spülen, kochen, einkaufen, Bettwäsche wechseln und waschen)

Zentral: Der Hilfebedarf im Rahmen der Grundpflege

Wichtig: Die ersten drei der vier genannten Aspekte (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) bezeichnet man als Grundpflege! Hilfsmittel wie ein Pflegebett unterstützen im Bereich Mobilität. Der Zeitaufwand für Leistungen dieser Grundpflege sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung muss wöchentlich im Tagesdurchschnitt für

- Pflegestufe 1 min. 90 Minuten, davon mehr als 45 Minuten Grundpflege
- Pflegestufe 2 min. drei Stunden, davon min. zwei Stunden Grundpflege
- Pflegestufe 3 min. fünf Stunden, davon min. vier Stunden Grundpflege

betragen.

Für die Unterstützung im Einzelnen bedeutet dies in:

- Pflegestufe 1, dass "erheblich Pflegebedürftige" bei der Grundpflege für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem Bereich oder mehreren der genannten Bereiche mindestens einmal pro Tag Hilfe sowie darüber hinaus mehrmals in der Woche Hilfen zur hauswirtschaftlichen Versorgung erhalten
- Pflegestufe 2, dass "Schwerpflegebedürftige" bei der Grundpflege wenigstens dreimal pro Tag zu verschiedenen Tageszeiten Hilfe brauchen und zusätzlich mehrmals pro Woche Hilfen bei hauswirtschaftlicher Versorgung erhalten
- Pflegestufe 3, dass "schwerstpflegebedürftig" ist, wer bei der Grundpflege 24 Stunden täglich - also auch nachts! - Unterstützung braucht und darüber hinaus mehrmals die Woche auf Hilfen bei hauswirtschaftlicher Versorgung angewiesen ist.

Für die Anerkennung einer Pflegebedürftigkeit spielt Hilfebedarf bei weiteren Verrichtungen keine Rolle, es sei denn, es wird eine eingeschränkte Alltagskompetenz (wie bei Demenz) festgestellt.

Pflegestufe: Nur auf schriftlichen Antrag und nach Begutachtung!

Pflegebedürftige müssen zur Erlangung einer Pflegestufe einen Antrag stellen. Jetzt kommt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) zur Begutachtung ins Haus, um im Anschluss im Rahmen eines Pflegegutachtens die Einstufung begründet zu empfehlen - oder die Pflegestufe abzulehnen. Man kann es nicht oft genug betonen: Damit zumindest Pflegestufe 1 anerkannt wird, muss der tägliche Unterstützungsbedarf 90 Minuten oder mehr betragen. Davon müssen mehr als 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen. Wer seinen Haushalt nicht mehr selbst führen kann, aber für Körperpflege, Ernährung und Mobilität weniger als diese Dreiviertelstunde braucht, erhält keine Pflegestufe! Deckt dagegen auch Pflegestufe 3 den Hilfebedarf nicht, kann der MDK den Betroffenen als Härtefall einstufen.

Die Pflegestufe wird abgelehnt?

Dann läuft die Zeit: Innerhalb von vier Wochen können Sie Widerspruch - formlos genügt! - gegen diese Entscheidung einlegen und dort darauf verweisen, dass Sie die Begründung später nachreichen. Und falls Ihnen nur der Ablehnungsbescheid, aber kein Gutachten zugegangen ist, sollten Sie dieses jetzt gleichzeitig mit Ihrem Widerspruch anfordern. Zum Glück müssen Sie all dies nicht allein schaffen: Spezielle Pflegestützpunkte, Sozialdienste der Krankenhäuser, ein Pflegedienst oder Sanitätsexperten wie HMMso kennen als professionelle Ansprechpartner die Abläufe genau - und beraten Sie dazu, wie es Ihnen gelingt, die Anerkennung der dringend benötigten Pflegestufe - und ggf. Ihren Anspruch auf ein Pflegebett - durchzusetzen.

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