Pflege 2017: Auf den Schultern der Angehörigen

Auch bei Pflegebedürftigkeit in den eigenen vier Wänden bleiben: Auf gut 70 Prozent aller Betroffenen trifft dies zu. Dabei stemmen - meist weibliche - Angehörige den Großteil häuslicher Pflege, wie eine aktuelle Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Auf Platz Zwei an Krankenbett und Pflegebett: Arbeitsmigrantinnen aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern. Was bedeutet diese Aufgabe für Hauptpflegeperson und Pflegehelfer?

Einsatz am Pflegebett: Von Tochter bis Ehemann

Ob über die Hälfte der repräsentativ befragten Pflegehaushalte in Deutschland tatsächlich ohne die Unterstützung durch Pflegedienste oder andere professionelle Hilfe auskommt, ist fraglich. Fakt ist, dass über die Hälfte solche Hilfen nicht in Anspruch nimmt. In einem Fünftel der Familien schultert ein Mensch die Pflege sogar ganz allein - mehr als ein regulärer Vollzeitjob, denn laut Studie sind pro Woche durchschnittlich 63 Stunden für Körperpflege, Unterstützung bei den Mahlzeiten oder im Haushalt notwendig. Darüber hinaus brauchen auch Senioren ohne Pflegestufe Versorgung - im Schnitt vier Stunden täglich, die Angehörige vom eigenen Zeitbudget abzweigen. Wer macht den Job am Pflegebett? Über zwei Drittel leistet die Hauptpflegeperson wie Ehefrau, Tochter oder Schwiegertochter. Am häufigsten (mit 29 Prozent) ist es die Tochter, aber fast ebenso oft pflegt der Lebenspartner. Insgesamt stellen die Männer ein Drittel, aber holen auf; professionelle Kräfte leisten den Rest.

Fragen, die die Studie stellte

Wissenschaftler am Iso-Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft Saarbrücken befragten bundesweit über 1.000 Haushalte mit Pflegebedürftigen ab 65 - sowohl mit als auch ohne Pflegestufe bzw. Pflegegrad. Dabei beschäftigten die Autoren Volker Hielscher, Sabine Kirchen-Peters und Lukas Nock folgende Fragestellungen:

- Was bedeutet diese Aufgabe für die Hauptpflegeperson?
- Was für die weiteren Helfer bei Pflege, Betreuung und hauswirtschaftlicher Unterstützung?
- Wie wichtig sind professionelle Unterstützungsangebote?
- Welche zeitlichen, aber auch finanziellen Verpflichtungen sind mit der Versorgung zu Hause verbunden?

Es gelang, diese Frage mittels umfassender Daten zu beantworten. Außerdem zeigt die Studie auf: Gesellschaftliche Ungleichheit macht auch vor den Privathaushalten nicht halt, wo es darum geht, Pflegebedürftigkeit zu handhaben.

Pflegende Angehörige riskieren Altersarmut

Eine der Schlussfolgerungen, die die Autoren der Studie trafen: Es gibt große Defizite bei der Verzahnung von Pflege und Arbeitsmarkt. Geht nur eines, pflegen oder voll berufstätig sein? Die Ergebnisse legen dies nahe: Ein gutes Drittel der pflegenden Angehörigen im erwerbsfähigen Alter hat seine Arbeitszeit reduziert, 44 Prozent sind gar nicht erwerbstätig - und nehmen damit das Risiko in Kauf, später in Altersarmut zu rutschen. Dabei wird gesetzliche Pflegezeit derzeit nur von sechs Prozent der Berufstätigen unter den Hauptpflegepersonen in Anspruch genommen. Mehr noch: Sie investieren nicht nur ihre Zeit, sondern auch Geld - wie für Aufwandsentschädigung oder Fahrtkosten für Helfer, Zuzahlungen für den Pflegedienst, Tagespflege, Hilfsmittel, Medikamente und Essen auf Rädern. Hier belegt die Studie im Durchschnitt mehr als 360 Euro monatliche Ausgaben, die die Sachleistungen der Pflegeversicherung nicht abdecken.

Eine Polin holen: Arbeitsrecht Fehlanzeige 

Fehlt Angehörigen selbst die Zeit für den Einsatz am Pflegebett, beginnt die Suche nach Alternativlösungen. Für viele kommt Heimunterbringung nicht in Frage, entweder weil der (demente) Angehörige dies vehement ablehnt oder bei Angehörigen die Skepsis hinsichtlich dortiger Versorgungsqualität überwiegt. Also zieht eine Hilfskraft für Wochen oder Monate ein: In etwa 163.000 Privathaushalten (das entspricht acht Prozent aller Haushalte, in denen Pflegebedürftige leben) wird eine meist aus Osteuropa stammende Hilfskraft beschäftigt, täglich zehn Stunden in der Pflege aktiv. Nur ein Durchschnittswert, viele arbeiten mehr; hier werden arbeitsrechtliche Mindeststandards kaum eingehalten. Eine Zwickmühle für alle Beteiligten, denn vermehrte Kontrollen bei Mindestlohn und Arbeitszeitbestimmungen könnten diese 24-Stunden-Pflege so teuer machen, dass sich nur finanziell elitäre Kreise diesen Luxus für seine betagten Familienmitglieder leisten kann.

Hilfe in Anspruch nehmen: Wer macht's?

Wer nimmt eher informelle bzw. professionelle Hilfe in Anspruch? Die Generation von Kindern und Schwiegerkindern mehr als pflegende Ehepartner. Bei den formellen Unterstützungsangeboten begrüßt man vor allem solche, die ihre Leistung im Haushalt des Pflegebedürftigen erbringen - wie ambulante Pflegedienste und Verhinderungspflege. Aber wie Angehörige, besonders mit Demenz, von dieser Hilfe von außen überzeugen? Vielleicht, indem man weniger auf die Notwendigkeit - "Es geht nicht mehr ohne!" verweist, als dem Pflegebedürftigen vielmehr Angebote wie z. B. Tagespflege Schritt für Schritt schmackhaft macht: "Das kannst du dir wirklich gönnen!". Im Rahmen der Studie ergab sich aber auch, dass das Bildungsniveau bei der Wahrnehmung von Angeboten eine Rolle spielt. So erreicht Pflegeberatung bildungsferne Schichten kaum, zwei Fünftel der Haushalte nehmen diese nicht in Anspruch. Leider sinken mit dem Verzicht auf Pflegeberatung auch die Chancen, das Leistungsangebot der Pflegeversicherung auszuschöpfen. Anders in einkommensstarken Haushalten: Hier wird vergleichsweise oft in höhere Pflegestufen eingruppiert; ein höheres Bildungsniveau scheint hilfreich, um die Pflegeversicherung zielgenau vom Bedarf zu überzeugen.

Pflegesachleistung: Seniorengerecht umbauen & mehr

Engagement am Pflegebett - dass es funktioniert, ist nicht die Frage, sondern wie, manchmal auch wie lange. Wo eine bahnbrechende Lösung für betroffene Angehörige zeitnah nicht in Sicht scheint, heißt es weitermachen. Aber es dabei leichter haben, es sich leichter machen. Mit Jahresbeginn hat das Pflegestärkungsgesetz die Pflegeversicherung auf ein paar neue Füße gestellt. Pflegende Angehörige sollten die Verbesserungen im Bereich Versorgung mit Hilfsmitteln und Pflegesachleistungen für sich nutzen. Pflegesachleistungen betreffen nicht nur die professionelle Versorgung durch Pflegekräfte, sondern schließen auch Maßnahmen ein, die das Wohnumfeld verbessern ein (bis zu 4000 Euro pro Maßnahme). Dazu zählen Umbauten und technische Hilfen im Haushalt, sofern sie die Pflege im häuslichen Umfeld ermöglichen oder erleichtern - und damit die möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen unterstützen. Dazu zählen u. a.:

- Treppenlifte
- Türverbreiterungen
- Rampen
- Austausch von Badewanne gegen bodenebene Dusche

Pflegebetten: Sich helfen lassen

Auch Pflegehilfsmittel erleichtern die Pflege, bei überschaubarem finanziellen Aufwand und einer Zuzahlung von maximal 25 Euro pro Hilfsmittel, wie motorisch verstellbare Pflegebetten. Diese werden leihweise zur Verfügung gestellt; wer bereit ist, ein wenig mehr zu zahlen, kann sich den Wunsch nach mehr als einfachem Standardkomfort durch bezahlbare Pflegebetten erfüllen. Wie Seniorenbett Relax, das Hersteller Burmeier in robuster Konstruktion und durchdachter Ausstattung den Bedürfnissen älterer Menschen angepasst hat, das aber trotzdem keine kalte Klinikatmosphäre versprüht. Ebenso wie Seniorenbett Relax als wohnliches, hubmotorisch verstellbares Aufstehbett entlastet auch Pflegebett Regia von Burmeier den pflegenden Angehörigen - und stärkt die Selbstständigkeit Betroffener. Pflegebett Regia verfügt über ein geteiltes, verschiebbares Bettgitter - mit viel Platz zum Aus- und Einsteigen. Eine Mobilisierungshilfe hilft dem Pflegebedürftigen, sich selbst hochzuziehen, gleitet aber während der Pflege zur Seite. Demenzkranke Angehörige sind häufig unruhig und gefährden sich selbst: Bettsysteme wie Niedrigbett und Pflegebett Regia beugen Stürzen vor, auf 26 cm nah über dem Boden absenkbar, was das Bettgitter verzichtbar macht. Trotzdem ist rückenschonendes Versorgen auf 80 cm Hüfthöhe möglich. Dabei reguliert der Pflegebedürftige sein Bett selbst per Handschalter, zum Beispiel, um in den Sitz zu fahren, Auge in Auge mit der Familie. Funktionen, die dieser nicht auslösen soll, lassen sich dabei gezielt sperren.

Nur einige von zahlreichen Beispielen, wie Hilfsmittel bei häuslicher Pflege und im Lebensalltag wirksam entlasten! Mehr zur Studie "Pflege in den eigenen vier Wänden: Zeitaufwand und Kosten" lesen? Hier zum Download (Link: https://www.boeckler.de/pdf/p_study_hbs_363.pdf).

 

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