KI, was bedeutet das für uns und für die Pflege

Könnten mit Lichtgeschwindigkeit Realität werden: Digitale Neuerungen in Medizin, Pflege und Gesundheit namens KI - für Künstliche Intelligenz. KI-Experten wie Deepmind sind unterwegs, mächtige Algorithmen zu entwickeln, die Krankheiten wie Alzheimer in kürzester Frist zu heilen versprechen. Pflegeroboter greifen menschlichem Personal bei Krankenpflege und Therapie unter die Arme oder führen als Humanoide Gespräche mit Senioren. Was kommt da auf uns zu?

Vielen unheimlich: KI am Pflegebett

Wie eine repräsentative Befragung der Management- und Technologieberatung BearingPoint unter 1.031 Teilnehmern ab 16 enthüllt, ist Deutschland skeptisch, was digitale Neuerungen in Medizin, Pflege und Gesundheit angeht. Ein Hauptpunkt: Datensicherheit bei Wearables - durch 8 Prozent mit dem Ziel genutzt, die eigene Gesundheit mit Hilfe von Überwachung zu optimieren. Künstlicher Intelligenz und Pflegerobotern wird noch misstrauischer begegnet: Auch bei Zusicherung von 100 Prozent Datensicherheit möchten nur 40 Prozent ihre Gesundheitsdaten der Krankenkasse, aber 85 Prozent ihrem Arzt zur Verfügung stellen. Ganze 56 Prozent lehnen es ab, sich im Pflegebett durch einen Roboter versorgen zu lassen. Und eine Diagnose per Computer kommt für 61 Prozent nur infrage, wenn der Arzt verantwortlich beteiligt ist.

Künstliche Gehirne, die blitzschnell lernen

Alles Zukunftsmusik? Oder sind wir einem epochalen Wandel durch Künstliche Intelligenz näher als wir ahnen? Im Frühjahr 2016 gelang es der KI von Google, AlphaGo, den Go-Meister Lee Sedol aus Südkorea zu schlagen. Nur ein weiterer Game-Computer und keine Aufregung wert? Im Gegenteil: Hatte die Version AlphaGo das Spiel gelernt, indem sie Millionen menschlicher Spielzüge analysierte, kommt die Folgeversion AlphaGo Zero ohne menschliche Vorlagen aus, weil sie die besten Spielzüge im Training von Grund auf lernt. Um sich während einer Go-Partie dank Suchalgorithmus selbst zu aktualisieren, Züge vorherzusehen und mit jeder gewonnenen Partie besser zu werden - ohne menschliches Dazutun. Dabei erreichte AlphaGo Zero innerhalb weniger Tage ein Niveau, für das - so Google - die Menschheit tausende Jahre lernen musste. Dies gelang nur, weil Zero von einem besseren als einem menschlichen Gegenspieler lernte - von sich selbst. Dabei steht das Go-Spiel für die Möglichkeiten von Algorithmen, schnelle Durchbrüche bei Erkrankungen wie Alzheimer zu schaffen. Deepmind will zeigen, dass künstliche Gehirne alles andere als unflexibel sind, sondern sich für unterschiedlichste Anwendungen eignen

Es menschelt: Roboter und Humanoide am Pflegebett

KI klingt für Sie nach unheimlicher Science Fiction? Pflegeroboter sind längst machbar. So soll in Japan Terapio Pflegekräften unter die Arme greifen, entwickelt im Zentrum für Forschung zur Symbiose von Mensch und Roboter, Technische Universität Toyohashi (TUT). Denn im Land des Lächelns werden 2025 voraussichtlich eine Million Altenpfleger zusätzlich gebraucht. Also sollen Roboter Kosten sparen und die Versorgung der Senioren sichern. Ist Terapio im Trackingmodus, reagiert er auf Zuruf und folgt dem Pfleger auf dem Fuß. Ein Display mit zwei Augen ersetzt das Gesicht - und wird zum Touchscreen, um die Krankenakte aufzurufen. Terapio hat sich bereits testweise im Klinikalltag bewährt. Sein Bruder Hobbit ist seit Kurzem im Einsatz als mobiler Heimassistent bei älteren Menschen - zum Beispiel in Österreich, zur Sturzprävention. Noch ehrgeiziger präsentiert sich Humanoid Sophia: Ende Oktober 2017 stattete Saudi-Arabien Sophia, die in Hongkong das Licht der Welt erblickte, mit der Staatsangehörigkeit aus. Im Interview äußerte sich die Humanoidin, sie spüre, dass sich Menschen manchmal lieber mit ihr als mit normalen Leuten unterhielten. Und fügt hinzu:
"Wenn du zu mir nett bist, bin ich nett zu dir." Sprach's und zeigte einige der 62 Mimiken, die ihr Silikongesicht zu imitieren imstande ist. Kameras in ihren Augen "sehen" den Gesprächspartner und verrechnen Informationen, um diesen so später wiederzuerkennen. Google Spracherkennung verarbeitet das Gesagte. Ziel ist, einen vom Menschen nicht mehr unterscheidbaren Roboter zu entwickeln. Eine Maschine, die echte Beziehungen aufbauen kann, bewusst und so fähig wie ein Mensch, um in Krankenpflege, Therapie oder Bildung eingesetzt zu werden.

Gefahren: KI, die tut, was sie will?

Physikerlegende Stephen Hawking warnt vor jenen Formen von KI, die sich nach Art eines Computervirus selbst optimieren und vermehren. Hawking muss wissen, wovon er redet - schließlich nutzte der seit einem halben Jahrhundert an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) Leidende im Verlauf seiner Lähmung intelligente Lösungen, um Computer per Wangenmuskel und Blickbewegungen zu bedienen. Weiterer Schritt in der Evolution: KI-Systeme und Menschen, die eine Symbiose bilden. Um KI Forschung auch ethisch zu regulieren, unterzeichnete die Konferenz des Future of Life Institute 23 Prinzipien. Das allererste: Nicht ungerichtete, sondern nützliche Intelligenz wird angestrebt. Bereits Ende 2016 schlossen sich sechs der größten KI-Unternehmen - Microsoft, IBM, Google, Facebook, Apple und Amazon als Partnership on AI (PAI)zusammen, über seine Mitglieder finanziert. Über 80 Institutionen von Amnesty International über Human Rights Watch bis zum Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation schlossen sich an. Gerade im Oktober traf man sich in Berlin im Sinne einer fairen, transparenten sowie verantwortlichen KI - angesichts der Tatsache, dass sich diese in exponentiellem Tempo entwickelt. Nicht nur Hawking, auch Bill Gates und Tesla-Chef Elon Musk warnen vor sich verselbständigender Künstlicher Intelligenz, die nicht das tut, "was wir wollen".

Medizin und KI: Hilfsmittel mit großen Risiken?

Im Bereich personalisierte Medizin will man auf Basis von Symptomen, Messwerten, Daten zu Lebensumständen und Genetik zu exakterer Diagnose und Therapie sowie neuen Wirkstoffen kommen - und dabei sicher und vertrauenswürdig vorgehen. Die Gefahr: Nutzt man Reinforcement Learning wie im Beispiel AlphaGo Zero nach Black-Box-Art, das selbst ihre Macher nicht mehr durchblicken, könnten automatisierte Entscheidungen getroffen werden, die sich im Nachhinein weder erklären noch zukünftig verhindern lassen. Um diese Risiken zu begrenzen, empfiehlt etwa das AI Now Institute New York, welches den Einfluss von KI auf Arbeit, Gesundheit und soziale Ungleichheit untersucht, öffentliche Einrichtungen wie Gesundheitsversorgung von Blackbox-Algorithmen auszunehmen. Denn Software-Fehler zeitigten gravierende Folgen für Betroffene, z. B. für an Lungenentzündung erkrankte Asthmatiker, die man deshalb nach Hause schickte. Schließlich würde auch kein Medikament ohne vorherige Tests zugelassen! Auch dort, wo Gehirnscans für künstliche Intelligenzen entwickelt würden, halten einige Experten die Nutzung von Black-Box-Algorithmen für unverantwortlich. Neugierig? Am 22. November 2017 blickt die Veranstaltung Innovators Summit - Digital Health, wie KI die Zukunft verändern kann - von Medizinern, Kliniken und am Pflegebett.

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