(Hilfs-) Mittel und Wege finden! Transfer vom Pflegebett in den Rollstuhl

Gar nicht so leicht! Der Pflegebedürftige, so schlank er wirkt, entpuppt sich im täglichen Pflegealltag subjektiv als Schwerstgewicht - je häufiger Unterstützung beim Umsetzen durch den pflegenden Angehörigen nötig wird. Jeder, der einmal ein schlafendes Baby auf dem Arm hatte, weiß: Sobald ich es aufwacht - und aktive Körperspannung zeigt - wird es wie durch Zauberkraft zur Feder. Entsprechend wird der Transfer eines alters- oder krankheitsbedingt in seiner Mobilität eingeschränkten Menschen umso mehr zum Kraftakt, je weniger der Betroffene selbst mithilft. Nie ohne praktische Transferhilfen, wenn Ihnen Ihr Rücken lieb ist - sinnvolle Hilfsmittel wie Rutschbrett, Lifter und Co. erleichtern den Pflegealltag sofort.

Rutschbrett: Brücke zwischen Pflegebett und Rollstuhl

Der Betroffene kann durch Muskelschwund, Lähmungen oder amputationsbedingt nicht vom Bett in den Rollstuhl wechseln? Ein Rutschbrett schließt die Lücke zwischen Bettkante und Rollstuhl. Bis zu 250 kg belastbar, besteht das Hilfsmittel aus Holz, Kunststoff oder leichter, aber belastbarer Glasfaser. Das gibt es doch auch fürs Auto? Ja, aber bitte nicht zweckentfremden, denn diese Rutschbretter sind - nicht zuletzt durch den Wulst am Rand oder Polsterung - anders konstruiert. Zwischendurch aufstehen? Nicht mehr nötig. Das Rutschbrett - mit Griff ausgestattet - liegt auf zwei Endpunkten auf, Aussparungen erleichtern das Befestigen. Bei einigen Modellen sitzt der Patient auf einer drehbaren, in der Brettschiene verankerten Sitzplatte. Wichtig ist, dass sich die Auflageflächen von Pflegebett und Rollstuhl auf einer Höhe befinden - wer ein elektromotorisches Pflegebett besitzt, kann die perfekte Höhe dazu wählen. Allerdings - Restkräfte in den Armen sowie Körperbalance sollten vorhanden sein, denn dieser Transfer klappt am besten, wo der Patient mithilft. Und: Nehmen Sie ihm die Angst vor der "Rutschpartie". Aber jetzt geht es los: Die Oberfläche ist reibungsfrei, abgeflachte Enden sorgen für optimales Gleiten. Die Auflagefläche ist natürlich rutschfest beschichtet - denn nicht das Hilfsmittel soll rutschen, sondern der Patient!

Niedrigpflegebett - mit dem Rollstuhl auf einer Ebene

Nicht selten ist beim Wechsel in den Rollstuhl eine Höhendifferenz von bis zu 20 cm zu überwinden. Was tun? Normale Pflegebetten bieten ein Verstellspektrum von etwa 40 bis 80 cm und lassen sich auf maximal 50 cm herunterfahren. Diese Sitzhöhe hat doch auch der Rollstuhl? Genau, aber bereits eine Matratze von 12 cm Stärke erhöht das Pflegebett sichtbar. Außerdem kostet der Transfer mit Hilfsmitteln wie Rutschbrett oder Lifter etwas Zeit. Rollstuhlfahrer, die lieber ohne Unterstützung und kraftsparend vom Pflegebett in den Rollstuhl und zurück wechseln, sollten sich für ein wohnliches Niedrigbett entscheiden. Tiefer als ein (Toiletten-)Rollstuhl, befinden sich nun Bettkante und Rollstuhl auf einer Ebene. Gewusst? Auch ein Niedrigbett ist ein anerkanntes Hilfsmittel, weil es dem Anspruch Mobilitätseingeschränkter auf selbstständige Lebensführung gerecht wird.

Drehteller: Aus dem Stand wechseln

Kann der Pflegebedürftige stehen, kann eine Drehscheibe für den Transfer vom Pflegebett in den Rollstuhl und zurück in Frage kommen. Sofern die Füße nicht bis zum Boden reichen, kann ein ergonomisch geformter Fußstuhl, auf dem Drehteller platziert, den Höhenunterschied zwischen Pflegebett und Boden ausgleichen. Tipp: Stehen beide Füße auf dem belastbaren Drehteller bzw. dem Fußstuhl, können Sie für einen schmerzfreien Transfer ein Kissen zwischen Ihre und die Knie Ihres pflegebedürftigen Angehörigen klemmen. Nun legen Sie ein flach gefaltetes (kein gerolltes) Handtuch an dessen Rücken auf Hüfthöhe auf, straffen es, zählen gemeinsam laut 1,2,3 und verlagern Sie das Gewicht des Patienten - ohne zu heben! - in Ihre Richtung. Er steht sicher? Dann drehen Sie ihn jetzt Richtung Rollstuhl. Natürlich können Sie statt des Handtuchs auch in einen Spezialgurt investieren.

Gurtsysteme: Entlasten und stützen

Überhaupt - kaum etwas bietet bei vergleichsweise einfachem Konzept so kostengünstig Entlastung und Unterstützung wie Gurtsysteme: Haltegürtel sichern den Bewegungsablauf beim Umsetzen, Aufstehen und Hinsetzen, aber haben auch im Lauf- und Mobilisationstraining ihren Platz. Dank Griffschlaufen bzw. Haltegriffen ist schmerzhaftes Zerren an Armen und Beinen kein Thema mehr. Und ein elastischer Bauchgurt macht es einfacher, mitzuhelfen, sprich die Bauchmuskeln anzuspannen, um die Haltung zu korrigieren - und das Aufstehen für alle Teile kraftsparend zu gestalten. Gurte, die rückwärtig unterstützen, stärken das wichtige Sicherheitsempfinden beim Wechsel vom Pflegebett in den Rollstuhl.

Clever durchdacht: Fahrbare Transferhilfen

Ausgesprochen komplexe Unterstützung bieten fahrbare Transfer- und Umsetzhilfen für Menschen, die sich - in den Beinen stabil - mit Unterstützung hinstellen können. Als Plattform werden so auch Transfers über gewisse Distanzen realisiert: Während der Pflegebedürftige auf dem Bett sitzt, platzieren Sie die flache Bodenplatte unter seinen Füßen; die Feststellbremse blockiert beide Räder parallel für sicheren Stand. Zum Aufstehen und für den Wechsel in seinen Rollstuhl legt der Patient nun die Hände auf die Transferhilfe auf - hochwertige Lösungen bieten hier mehr als eine Option, zuzugreifen und sich festzuhalten. So leicht die höhenverstellbare Transferhilfe aus lackiertem Stahlrohr, Kunststoff und Aluminium ist, so solide ist sie: Weil sie bis zu 150 kg und mehr Belastung stemmt sowie eine Höhe von 120 cm bietet, muss sie auch beim Transfer beleibterer, größerer Patienten nicht passen. Bei einigen Lösungen lässt sich die Kniehöhe der gepolsterten Beinstütze sogar einhändig regulieren.

Lifter: Als Pflegender Heben und Tragen vermeiden

Der Transfer ist kaum noch zu bewerkstelligen? Was Kliniken können, können Sie auch daheim: Ausgefeilt in der Funktionalität, standfest und robust, heben diese professionellen Transferhilfen Ihren Angehörigen besonders schonend - sogar vom Fußboden aus - oder transferieren ihn sitzend. Elektromotorische Patientenlifter mit 24-Volt Akkusystem inkl. mechanischer Notabsenkung fahren - gelenkt per Handbedienung mit Spiralkabel - auf Lenkrollen ganz nah ans Pflegebett heran. Es geht in den Urlaub? Ohne Werkzeug faltbare, wendige Minilifter agieren auf kleinstem Raum, überraschen aber trotzdem mit beachtlicher Tragfähigkeit.

Das Beste: Ein Patient, der ohne Angst mithilft

Das Seitenteil des Rollstuhls in Richtung Bett ist zurückgeklappt, die Bremsen angezogen? Bevor es ans eigentliche Umsetzen geht, sind eine Reihe einzelner Positionswechsel notwendig: Spezielle Umlagerungshilfen wie Rutschmatten oder Gleithandschuhe entlasten Pflegende zusätzlich und erhöhen die Sicherheit beim Transfer. Einmal im Rollstuhl, unterstützen Gleitmatten auch dabei, "nach hinten zu rutschen", also die Sitzposition anzupassen und zu stabilisieren. Apropos Matte - spezielle, rutschfeste Sturzmatten aus PU-Schaumstoff lassen sich ergänzend für ein Plus an Prophylaxe und Sicherheitsgefühl auslegen. Außerdem: Ihr Angehöriger fühlt sich sicherer, wenn der Wechsel stets gleich abläuft! Ihm dabei beruhigend zuzusprechen, nimmt den Rest Anspannung und (Sturz-)Angst. Erläutern Sie ihm auch, was gleich mit ihm geschieht. So stehen die Chancen gut, dass er, statt sich zu verkrampfen, selbst beim Umsetzen mithilft. Geschafft! Ein gelungener Transfer stärkt das Selbstvertrauen - in die eigenen Kräfte.

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