Generation 50 plus: Für die Pflege im Alter vorsorgen - aber wie?

Demografie ist unerbittlich und zeigt Ihnen: Als Babyboomer sind Sie Teil einer überalterten Gesellschaft, in Kürze reif, sich im Seniorenstift die Klinke in die Hand zu geben. Doch nur diejenigen unter Ihnen, die rechtzeitig für den Lebensabend vorsorgen, kommen in den Genuss umfangreicher Pflegeleistungen. Wie erhalten Sie das, was für ein komfortables, möglichst selbstständiges Leben im Alter wünschenswert ist?

Rechtzeitig einschränken und sparen

Es wird eng an der Kaffeetafel: Eine Studie der Universität Duisburg-Essen rechnet ab 2030 mit 48 Milliarden Euro Pflegekosten pro Jahr, wovon Pflegebedürftige allein 16 Milliarden selbst bestreiten. Dabei hilft nur fundierte Vorsorge, den gewohnten Lebensstandard zu halten. Für viele bedeutet dies, sich schon im mittleren Lebensalter einzuschränken. Ersparnisse beim Thema Reisen, Wohnen und Konsum, die in eine private Rentenversicherung fließen. Beträge, die aber nicht reichen, falls Pflege - ob zeitweilig oder auf Dauer, ambulant oder stationär, nötig wird. Pflege kostet - und geht über die Grundversorgung gesetzlicher Pflegeversicherung weit hinaus.

Gesetzliche Pflegeversicherung: Teilkasko statt Vollkasko

Krankenversicherte Arbeitnehmer müssen schon von Gesetzes wegen vorsorgen: Ledige zahlen 2,8 Prozent, Menschen mit Kindern 2,55 Prozent vom Brutto in die gesetzliche Pflegeversicherung - bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze von 52.200 Euro jährlich. Leider übernimmt die Gesetzliche Pflegeversicherung nicht sämtliche Kosten, sondern bezuschusst nur, z. B.:

- häusliche Pflege durch Angehörige (Pflegegeld)
- barrierefreien Umbau der Wohnung,
- Pflegedienst
- die Versorgung am Pflegebett im Heim, aber nicht Unterkunft und Verpflegung

Je höher der Pflegegrad, desto mehr Leistung ab 1. Januar 2017, auch für Menschen mit Demenz. Weshalb Sie eine möglichst hohe Einstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) anstreben sollten. Der MDK kommt zur Begutachtung ins Haus. Sie sind mit Ihrer Einstufung in einen der fünf Pflegegrade nicht einverstanden? Dann besteht die Möglichkeit von Widerspruch und Klage. Erhöht sich später Ihr Bedarf, sollten Sie auch die regelmäßige Neueinstufung im Blick behalten.

Pflegehilfsmittel: Im Alter leichter leben

Pflegebedürftige müssen für die zu leistende Differenz oft tief in die Tasche greifen, Seniorenheim, Senioren-WG, Pflegedienst oder Pflegehilfsmittel wie elektrisch verstellbare Pflegebetten. Denn auch hier zahlt die Gesetzliche Pflegeversicherung nur die absolute Grundversorgung durch ein geliehenes Pflegebett. Wer mehr will, zum Beispiel im Bereich Pflegebett Matratze, Pflegebett mit größerem Funktionsumfang oder in individuellem Design, zahlt drauf. Vergleichen kann sich lohnen, wenn Sie überlegen, bedarfsgerechte Pflegebetten im Sanitätsfachhandel zu erwerben. Eine bezahlbare, aber gleichzeitig sehr komfortable Lösung: Das bestehende Seniorenbett (auch Doppelbett) durch einen einlegbaren elektromotorischen Lattenrost (Hebepflegerahmen) bezahlbar zum vollwertigen Pflegebett aufrüsten.

Wie vorsorgen? Optionen

Warum es Sinn macht, Vorsorge möglichst früh anzugehen? Pflegebedürftig zu sein, belastet genug - rechnen Sie nicht damit, über die Kraft zu verfügen, Finanzielles effizient zu regeln. Der Markt an Vorsorgeangeboten ist breit gefächert: Sparpläne verfolgen? Lebensversicherung auflösen und als stattliche Einmalzahlung in die Rentenversicherung stecken? Zum Erwerb von Anlageprodukten einen unabhängigen Finanzexperten (freien Honorarberater) aufsuchen, den Sie - unabhängig von bestimmten Produkten und Provisionen - nach Leistung honorieren? Darüber hinaus können Sie auch eine private Zusatzversicherung abschließen. Als Risikoversicherung ist deren Leistung an ein Eintreten von Pflegebedürftigkeit geknüpft. Finanzielle Engpässe? Schreiben Sie die Möglichkeit, dann beitragsmäßig zu pausieren, vertraglich fest. Zu den Varianten gehören:

- Pflegetagegeldversicherung (staatlich gefördert per Pflege-Bahr, dazu später mehr)
- Pflegekosten-Police (nur Pflegeleistungen bestimmter anerkannter Dienstleister werden übernommen)
- Pflegerentenversicherung (monatliche Rentenauszahlung)

Wie auch immer, wichtig ist, dass Sie Finanzierungslücken schließen - und Ihr Budget so anlegen, dass Sie im Bedarfsfall unkompliziert drankommen.

Pflegemonatsgeld: Für alle Pflegegrade, ab 10 Euro pro Monat

Geringes Einkommen? Auch dann können Sie private Pflegevorsorge treffen - per staatlicher Zulage von 60 Euro im Jahr bzw. 5 Euro monatlich (Pflege-Bahr) - 10 Euro Mindesteinzahlung pro Monat vorausgesetzt. Für den Fall, dass Sie auch dies einmal nicht schaffen, muss Ihnen der Versicherer die Möglichkeit geben, Ihren Vertrag rückwirkend zum Eintritt Ihrer Hilfebedürftigkeit zu kündigen oder zeitweise ruhen zu lassen. Ein Vertrag mit dynamisierten Leistungen gleicht Kaufkraftverluste aus und lässt Sie im Leistungsfall frei über die Mittel verfügen. Geldleistungen werden als Pflegemonatsgeld oder Pflegetagegeld ausgezahlt; sie dürfen die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung nicht überschreiten. Mit 1. Januar 2017 legt § 127 Abs. 2 Nr. 4SGB XI gesetzlich fest: Für alle fünf Pflegegrade sind Leistungen vorgesehen, bei Pflegegrad 5 mindestens ein Pflegemonatsgeld von 600 Euro. Abgesichert sein müssen in

- Pflegegrad 1 wenigstens 10 Prozent
- Pflegegrad 2 wenigstens 20 Prozent
- Pflegegrad 3 wenigstens 30 Prozent
- Pflegegrad 4 wenigstens 40 Prozent

der für Pflegegrad 5 vorgesehenen Geldleistung. Ist der Leistungsfall festgestellt, hat sich das Versicherungsunternehmen an die Feststellung der Pflegekasse zu halten. Sie haben schon eine staatlich geförderte, ergänzende Pflegeversicherung? Deren Versicherungsbedingungen wurden mit 1. Januar 2017 automatisch angepasst.

Zusatzversicherung - für alle

Noch nicht? Versicherungen müssen allen erwachsenen Antragstellern einen Vertrag anbieten! Vorausgesetzt, Sie sind in der gesetzlichen (also sozialen bzw. privaten) Pflegeversicherung versichert und haben daraus noch keine Leistungen bezogen. Gesundheitsprüfung? Risikozuschläge? Leistungsausschlüsse? Alles verboten. Für die Höhe der Versicherungsprämie sind nur Ihr Eintrittsalter bei Vertragsabschluss sowie der vertraglich vereinbarte Leistungsumfang entscheidend. Abschluss- und Verwaltungskosten sind gesetzliche Grenzen gesetzt, mit zwei Monatsbeiträgen bzw. 10 Prozent der Bruttoprämie. Übrigens: Sie müssen diese Zulage nicht gesondert beantragen - die Versicherung übernimmt die Formalitäten (Link: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/p/pflege-vorsorgefoerderung.html).

Auf die Kinder hoffen? Vollmachten & Co.

Was, wenn Sie Ihre Pflege keinesfalls selbst stemmen können? Dann springt Hilfe zur Pflege als Sozialleistung ein. Aber: Der Staat nimmt Ihre Kinder ab einer gewissen Einkommenshöhe in die Zahlungspflicht. Deren eigene Altersrücklagen, Wohneigentum und ein gewisses Schonvermögen bleiben dabei unangetastet. Vielleicht haben auch Sie diesen Satz schon öfter gehört? Stell' dich gut mit deinen Kindern - sie suchen dein Altersheim aus! Richtig: Wer Ihre Pflege organisiert oder übernimmt, bestimmt darüber, wie Sie im Ruhestand leben! Weil aber Kinder oder Ehepartner nicht automatisch bevollmächtigt sind, sollten Sie Ihre Entscheidung in einer Vorsorgevollmacht formulieren. Falls nicht, befinden nämlich Ärzte oder Gerichte darüber, wer Sie in wichtigen Belangen vertritt. Nicht zu verwechseln mit der Betreuungsverfügung: Hier legen Sie fest, wen das Gericht im Ernstfall als Betreuer benennen soll. Sie haben noch keine Patientenverfügung? Sie legt Ihre Wünsche bzgl. der medizinischen Behandlung im Pflegebett fest - für den Fall, dass Sie sich nicht mehr äußern können.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Nachttisch höhenverstellbar Nachttisch höhenverstellbar
529,00 € * 699,00 € *
Seniorenbett Relax Seniorenbett Relax
ab 549,00 € * 959,00 € *
TIPP!
Pflegebett Regia Burmeier geteiltes Bettgitter Pflegebett Regia Burmeier geteiltes Bettgitter
ab 2.099,00 € * 3.273,00 € *
Puradorm pro Matratze puradorm pro Matratze
ab 759,00 € *