Auch bei kleinem Budget! Recht auf bedingungsgerechtes Pflegebett

Pflegebett gesucht? Kein Problem, das zahlt natürlich die Kasse! Nein, nicht zwingend, denn nicht jeder bekommt sein Pflegebett, schon gar nicht ohne Pflegegrad. Auch Sie haben keinen Pflegegrad, sind aber dennoch bedürftig? Wir finden, dass Sie auch dann ein Recht auf ein Bett haben. Allerdings: Recht haben und Recht bekommen sind zwei paar Schuhe - hier unsere Bestandsaufnahme.

Mobilitätsfaktor: Recht auf selbstständiges Aufstehen

Eine seltsame (Kassen-)Welt, in der nur Menschen in einer Pflegesituation oder im Krankheitsfall ein Pflegebett benötigen! Schließlich haben zahlreiche Menschen andere Handicaps, die sich, oberflächlich betrachtet, nur als Aufstehproblem zeigen. Im Kontext von MS oder aus Altersgründen entstehen Einschränkungen, die eigenständige Mobilität verhindern. Was in der aktuellen Gleichung fehlt, ist ein Mobilitätsfaktor: Jeder Mensch hat ein Anrecht darauf, aus dem Bett zu kommen - oder? Exakt dies sieht das Pflegeversicherungsgesetz, § 40 SGB XI, jetzt schon vor. Durch Pflegebetten sollen Pflegebedürftige Selbstständigkeit und Selbsthilfefähigkeit bei "gewöhnlichen und wiederkehrenden Verrichtungen" des Alltags erfahren, dabei die Abhängigkeit von Dritten so gering wie möglich halten. Ein Schelm, wer hier weiter glaubt, dass sich auch solche gesetzlichen Zusicherungen nicht interpretieren ließen: Sogar bei klarer Pflegeeinstufung bauen Pflegeversicherungen hier Bereitstellungshürden auf. Versicherte und pflegende Angehörige müssen sich Fragen nach Bettlägerigkeit, Ort von Körperpflege, Mahlzeiteneinnahme und Wechsel von Inkontinenzartikeln gefallen lassen. Wer zu oft mit "außerhalb des Bettes" antwortet, wird von der Kasse auf ein handelsübliches Seniorenbett verwiesen.

Idee: Kurzsichtige Kostenersparnis

Kurzsichtig deshalb, weil häusliche Pflege für alle Seiten wirtschaftlich günstiger gerät, stellt man ein hochwertiges Bett - wie z. B. das Westfalia von Burmeier - bereit: Eine Bettlösung, die Eigenmobilität fördert, Sturzgefahr mindert und rückenschonende Pflegearbeit gewährleistet. Stattdessen treten die Betroffenen, frustriert, dass man ihnen Notwendigstes verweigert, in Eigenleistung. Was Pflegekassen so einsparen, müssen Krankenkassen drauflegen - für Folgekosten von pflegerischer Überlastung oder Sturzverletzungen, wie die Berliner Krankenschwester Christine Schmidt in "Die Pflegelüge" anschaulich und praxisnah beschreibt. Schmidt ist Teil von DENSIP, dem Deutschen Netzwerk für Sachverständige in der Pflege und eine seiner zertifizierten Pflegesachverständigen, rechtlich und finanziell unabhängige Experten im Gesundheitswesen, tätig für Gerichte, Versicherungen und Sozialämter (Link: http://densip.de).

Investitionsstau im Pflegeheim? Veraltete Pflegebetten 

Auch Spectaris, Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e. V., fordert anlässlich der Altenpflege 2018 in Hannover, das Thema Versorgung mit hochwertigen Hilfsmitteln in die Pflegedebatte aufzunehmen. Je geringer die Zahl moderner Pflegebetten, desto höher der Pflegeaufwand durch Unterversorgung und erhöhte Belastung von Pflegekräften und Pflegenden. Trotz der steigenden Zahl der auf Pflegebetten Angewiesenen, so Marcus Kuhlmann, Leiter SPECTARIS-Fachverband Medizintechnik, herrsche weiter "Investitionsstau": So kämen in Pflegeeinrichtungen teilweise sehr alte, einfache Pflegebetten zum Einsatz - obwohl sich die Investition in moderne Pflegebetten langfristig für alle rechne. Kuhlmann prognostiziert niedrigere volkswirtschaftliche Gesamtkosten für das Gesundheitswesen, da Folgekosten durch "qualitativ minderwertige Versorgungen" entfielen. Als "absurd" empfindet Kuhlmann, dass das "unterstützende Pflegebett" in der aktuellen Debatte fast keine Rolle spiele, obwohl "multifunktionale Betten" Pflegende und Pflegekräfte angesichts des Personalmangels unterstützen und den Pflegeaufwand senken könnten (Positionspapier zum Thema unter: http://www.spectaris.de/uploads/tx_ewscontent_pi1/2018_02_23_Hochwertige_Pflegebetten_final.pdf).

Fallbeispiel: Pflegerische Situation erfordert doppelte Versorgung

Immer wieder finden Menschen die Kraft, sich gegen Spardiktate zu ihren Lasten zur Wehr zu setzen. Wie ein Kläger mit Pflegestufe 2, der aus gesundheitlichen Gründen ein zweites Pflegebett benötigte. Die Pflegekasse muss die Leihgebühren übernehmen, entschied das Sozialgericht Detmold im September 2017 (S 18 P 121/16). Die Vorgeschichte? Ein elektromotorischer Einlegerahmen für das Ehebett im Obergeschoss war bewilligt. Nach einer Fraktur des rechten Sprunggelenks schaffte der Mann den Weg dorthin nicht mehr, lieh sich ein Pflegebett für 480 Euro und stellte es im Erdgeschoss auf. Trotz ärztlicher Verordnung lehnte die Pflegekasse die Kostenübernahme ab. Begründung: Der Einlegerahmen reiche, außerdem bewillige man Hilfsmittel nur in einfacher Stückzahl. Dem folgte das Sozialgericht nicht: Nicht wegen einer Besonderheit des individuellen Wohnumfelds sei das Hilfsmittel notwendig, sondern aufgrund der pflegerischen Situation des Klägers, der sein Bett im ersten Stock nicht erreichen konnte. Zudem wies das Sozialgericht darauf hin, die Kasse hätte den Einlegerahmen abholen und gegen ein Pflegebett austauschen können. Stattdessen im Krankenhaus bleiben? Keine Option, weil die stationäre Behandlung abgeschlossen war.

Rechtsexperten: Verweis auf Seniorenbett fragwürdig

In der Natur der Sache liegt, dass unberechtigte Leistungsablehnung fast immer Menschen trifft, die krankheitsbedingt die geringsten Kräfte aufbieten können, um sich gegen die Streichung elementarer Bausteine häuslicher Pflege wie Pflegebetten zu wehren. Nach Einschalten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) speist man Betroffene gern mit der Phrase ab, ein "Seniorenbett" sei ausreichend. Doch was, Krankenkassen unter Seniorenbetten verstehen, ist nicht mit multifunktionalen Seniorenbetten gleichzusetzen, die mit elektrisch verstellbarem Lattenrost, flexibler Ein- und Ausstiegshöhe und weiterem Komfort aufwarten. Gemeint sind Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens - und die sind nicht Sache von Kranken- oder Pflegekasse. Rechtsexperten werten den Hinweis auf die Alternative, ein Seniorenbett privat zu bezahlen, als rechtlich unzulässig - und zwar immer dann, wenn ein Bett nachweislich dem Behinderungsausgleich dient. Allein dadurch, dass außerhalb der Kassen private Versorgungsoptionen existieren, entfällt nicht der Leistungsanspruch (Link: http://www.hilfsmittel-recht.de/pflegebetten/). Gegenwehr kann sich also auszahlen (Link: https://www.seniorenbett.org/seniorenbetten-blog-tipps-fuer-pflegende/pflegebett-abgelehnt-so-legen-sie-widerspruch-ein).

Kostenübernahme? Behinderungsausgleich genügt 

Ein Pflegebett ist in erster Linie von Krankenkassen bzw. Pflegekassen zu tragen, wenn das Bett entweder

- eine Behinderung ausgleicht,
- den Erfolg der Krankenbehandlung sichert,
- Beschwerden lindert,
- die Pflege erleichtert oder
- notwendig ist, um ein selbstständigeres Leben zu führen.

Bereits dann, wenn ein Pflegebedürftiger sein Bett nicht ohne Hilfe Dritter aufsuchen und verlassen kann, leistet dieses Behinderungsausgleich! Seine Funktionen ermöglichen selbstständiges Aufstehen und Zubettgehen, urteilte das Landessozialgericht Bayern bereits 2006 (Az. L 4 KR 253/03). Ermöglicht ein Bett durch Behinderungsausgleich eine selbständigere Lebensführung, besteht ein Rechtsanspruch darauf, so das Landessozialgericht Saarbrücken in 2009 (Az. L 2 P 4/08). Betroffene kommen nicht umhin, ihre tatsächliche Situation so lebensnah und genau wie möglich gegenüber dem Kostenträger darzustellen: Ihr Vater kann ohne Bettgalgen nicht mehr aufstehen? Dann hat er Anspruch auf ein Pflegebett. Die Kasse lehnt ab? Wird - finanziell durch Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe unterfüttert - der Gang vor das Sozialgericht gewagt, ist der Versorgungsbedarf rechtlich erfahrungsgemäß durch Schilderungen von Angehörigen bzw. Pflegedienst gut nachzuweisen. Angst vor einem Rechtsstreit? Sie haben das Recht, ihre gesetzliche Krankenkasse ohne Ansehen von Behinderungen oder Vorerkrankungen zu wechseln: Trotz identischer rechtlicher Basis unterscheiden sich Kassen doch in fachlicher Schwerpunktsetzung, Mitgliederbetreuung und Bewilligung medizinischer Hilfsmittel.

HMMso fordert: Recht auf bedingungsgerechtes Bett!

 

Was bleibt den Menschen, die sich weder Pflegebetten leisten können, noch über die Kraft verfügen, den Rechtsweg zu beschreiten? Als Fachhändler und Berater erleben wir tagtäglich, dass Menschen das bedarfsgerechte, dringend benötigte Pflege- und Krankenbett durch die Krankenkasse verweigert wird. Der Kunde: "Ich komme nicht ins Bett - und auch nicht aus dem Bett!" Wir fragen: "Wo und wie schlafen Sie dann?" Unglaublich, aber eine typische Antwort lautet: "In einem Sessel". Etwas, das wir für menschenunwürdig halten! Wer es sich leisten kann, hilft sich, indem er ein Pflegebett bei uns oder einem unserer Mitbewerber kauft. Dabei kaufen nur etwa 50 Prozent aufgrund von Pflegebedürftigkeit, die übrige Hälfte, weil sie sonst schlicht und einfach nicht aus dem Bett kommt. Gar nicht zu reden von den Betroffenen ohne finanzielle Mittel, um sich ein Pflegebett - und damit ein normales, menschenwürdiges Zubettgehen, Schlafen, Erholen und Aufstehen zu leisten! Politik und Gesellschaft sind in der Pflicht, auch diese Fälle zu regeln, hier Lösungen zu schaffen. Es muss Schluss sein mit einem Versorgungsbegriff, der Senioren zu Reisenden der Holzklasse, oder besser, Sesselschläfern, degradiert. Es gilt, denjenigen zu helfen, denen nach einem langen Leben die Kraft fehlt, sich selbst zu helfen, gar um ein Bett zu kämpfen! Jeder Mensch hat ein Recht auf ein bedingungsgerechtes Bett. Ein Pflegebett, das ihn dabei unterstützt, auch bei kleinem Budget in den letzten Jahrzehnten des Lebens möglichst mobil zu bleiben.

 

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Seniorenbett Relax Seniorenbett Relax
ab 549,00 € * 959,00 € *
Pflegebett Dali Economic Pflegebett Dali Economic
ab 669,00 € * 1.200,00 € *
TIPP!
Einlegerahmen Pflegebettsytem Lippe IV Einlegerahmen Pflegebettsytem Lippe IV
ab 789,00 € * 1.290,00 € *
TIPP!
Pflegebett Regia Burmeier geteiltes Bettgitter Pflegebett Regia Burmeier geteiltes Bettgitter
ab 2.099,00 € * 3.273,00 € *
TIPP!
Pflegebett Dali mit Soft Cover Pflegebett Dali mit Soft Cover
ab 1.049,00 € * 1.695,00 € *