Assistenzroboter: Helfende Hände für die Pflege 4.0

Assistenzroboter: Helfende Hände für die Pflege 4.0

 

Kein Science-Fiction-Movie, sondern in Kürze gelebter Pflegealltag: Echte Pflegeroboter aus der Raumfahrttechnologie namens Rollin' Justin und Edan. SMiLE und SMiLE2gether heißen die Projekte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Garmisch-Partenkirchen: Pflege 4.0, die Menschen mit Einschränkungen im Alltag unterstützen und Pflegekräften zur Hand gehen soll.


SMiLE: Bayerns feinfühlige Roboter 

SMiLE und Folgeprojekt SMiLE2gether in Kooperation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Robotik und Mechatronik, soll Pflegekräfte entlasten und Handgriffe abnehmen, um die Selbstständigkeit von Menschen mit Handicap zu erhöhen. Denn SMiLE steht für "Servicerobotik für Menschen in Lebenssituationen mit Einschränkungen" Mit im Boot des durch den Freistaat mit gut 1, 5 Millionen Euro geförderten Roboterprojekts : Die Katholische Stiftungshochschule München (KSH) - für Fragen der Pflege-Ethik. Bereits seit zwanzig Jahren arbeitet das DLR an Technologien, die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine auf den Weg zu bringen. Gut zehn Jahre beschäftigte sich die Forschung allein damit, feinfühlige Roboter zu entwickeln, die auf Berührung reagieren - und, falls nötig, auch zurückweichen. Jetzt ist die Technik reif - auch für Roboter-Avatare, die sich über das Internet von jedem Ort steuern lassen.

Hilfe gefragt? Einfach Justin bitten

Rollin' Justin und Edan arbeiten im Wesentlichen zu: Justin gehört zur Klasse der humanoiden Heimassistenzroboter: Ausgerüstet mit zwei Armen, rollt er auf vier Rädern durchs Zimmer und steuert auf Ziele zu. Bewegungsdetektionssensoren und Stereokameras ersetzen ihm die Sinnesorgane. Ein Diener und Assistent, der sensibel in Kontakt und Interaktion tritt. Dinge vom Boden aufheben oder aus einer Schublade nehmen? Etwas zu Trinken anreichen, Medikamente holen oder das Bett aufdecken? Justin engagiert sich, gesteuert durch den Pflegebedürftigen. Ohne die oft unangenehme Entscheidung, menschliche Hilfe zu rufen - beim Roboter entfällt diese Hemmschwelle. Falls nötig, können Pflegekraft oder Angehörige immernoch eingreifen - vom Tablet aus.

Edan: Assistent und Ersthelfer zugleich

Edan verleiht Rollstühlen besondere Fähig- und Fertigkeiten. Der Kniff: Ein integrierter Leichtbauroboterarm mit sensibler Fünf-Finger-Hand. Auf Basis von Messungen der Hautoberfläche wird Edan per Joystick und über Muskelsignale gesteuert. Kaffeetasse heben, sich zudecken oder Aufzugknöpfe drücken? Mit Edan wieder ohne Hilfe durch andere möglich! Und: Edan kann noch mehr, nämlich Leben retten. Bis ein Notarzt eintrifft, vergeht oft wertvolle Zeit. In Garmisch gelenkt, in Oberpfaffenhofen im Einsatz, nehmen geschulte Pflegekräfte die Situation vor Ort in den Blick - per HUG-System und Virtual Reality Brille. Nach Art virtueller Fernsteuerung lenken jetzt zwei Roboterarme den Assistenzroboter vor Ort - um, z. B. nach einem Sturz, Erste Hilfe zu leisten.

Feldstudie und Testlauf: Roboter im Altenheim

Noch in diesem Jahr geht SMiLE2gether in den Testlauf. Können sich die Roboter in vielfältigsten Einsatzsituationen bewähren? Im Caritas-Altenheim St. Vinzenz in Garmisch-Partenkirchen sollen die Roboter praktische Erfahrungen sammeln, akribisch durch DLR, Caritas und pflegendes Fachpersonal dokumentiert. Darüber hinaus ist ein Bildungszentrum geplant, das zum Pflegetechniker und Telepflegeassistenten ausbilden soll. Irgendjemand muss die neuen Kollegen ja schließlich anleiten - zukunftsfeste Pflege 4.0 verlangt Technik-Know-how. SMiLE2gether ist für einen Zeitraum von vier Jahren angedacht. Sicher ist bereits jetzt: Helfende Roboter werden sehr bald selbstverständliches Element modernen Pflegealltags sein - auf Station und zu Hause. Investitionswille vorausgesetzt, denn an jedem neuen Helfer klebt ein 60.000 Euro Preisetikett.

Pflege 4.0: Pflegenotstand entschärfen

Angesichts von fast drei Millionen ambulant oder stationär gepflegten Menschen scheint kein Weg an neuen Lösungen vorbeizugehen. Besonders in der Projektregion Garmisch, so Bürgermeisterin Meierhofer, lebten im Deutschlandvergleich überdurchschnittlich viele Senioren. Diesen ein möglichst selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden und vertrauter Umgebung zu ermöglichen, ist Zukunftsziel von Pflege 4.0. Hightechroboter sollen dem Pflegekräftemangel begegnen, den Notstand entschärfen, Lücken schließen. Doch Pflegepersonal ersetzen sollen Helfer wie Rollin' Justin oder Edan nicht. Wo sie einfache Pflegehandgriffe übernehmen, können Pflegekräfte Zeit für die persönliche Betreuung gewinnen. Oder, um mit Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer zu sprechen: "Der Mensch ist die beste Pflegekraft."

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