Allergien im Pflegebett: Ursachen erkennen, richtig reagieren

Allergien - überschießende Immunreaktionen im Kontakt mit körperfremden Stoffen - können sich im Alter verstärken oder neu auftreten: Gegen Pollen, Pilzsporen, Milbenkot in Seniorenbetten und mehr. Auslöser und Ursachen sind vielfältig, von bestimmten Materialien über Nahrungsmittel bis zu Medikamenten. Wie reagieren Sie als Betroffener oder pflegender Angehöriger richtig?

Nahrungsmittelallergie, versteckt in Seniorenteller, Kuhmilch oder Fenchel

Bei Nahrungsmittelallergie wird das Allergen mit der Nahrung aufgenommen, muss also bei individueller Speiseplanung berücksichtigt werden. Bestimmte Lebensmittel wie Nüsse, Eier, Fisch, Milch oder Erdbeeren, aber auch Inhaltsstoffe von Tabletten oder Arzneitropfen können ursächlich sein. Typische Reaktionen? Vielfältig, von Rötungen der Haut, Gelenkbeschwerden, Fieber, Sodbrennen, Durchfall und Übelkeit bis zu Dauerhusten. Ihr Angehöriger im Pflegebett wird nachts durch Reizhusten gequält? Schon geringste Mengen bestimmter Stoffe wie beispielsweise Sellerie, in vielen Fertiggewürzen und daher oft in Seniorenmahlzeiten enthalten, können Hustenattacken auslösen. Herzklopfen? Histamin in Anis, Fenchel, Ingwer, Curry und Zimt kann schuld sein. Auch wird Laktose in Kuhmilch mit dem Alter schlechter vertragen. Die Folge: Verschlimmerung von Rheuma - oder Blähungen, die auf die Nerven drücken, was wiederum den Rücken schmerzen lässt. Ob ein Mangel an Laktase (das Laktose verarbeitende Enzym) vorliegt, klärt ein H2-Atemtest.

Allergien durch Medikamente und Vitalstoffe? Ein paar Beispiele

Probleme der Atemwege und Ekzeme (Neurodermitis) können durch Arzneimittel wie Acetylsalycilsäure (z. B. Herz-ASS) und Antibiotika, aber auch durch jodhaltige Kontrastmittel ausgelöst werden. Auch Mittel gegen Bluthochdruck wie Kalziumantagonisten triggern chronische Ekzeme. Als gesichert gilt, dass gezieltes Absetzen den Hautzustand verbessert. Darüber hinaus kann auch Nickel Ekzeme verursachen. Und wo Senioren mit künstlichen Gelenken mit Nickelanteil leben, tritt Nickelallergie durch schlechte Wundheilung zu Tage. Sie schwören auf Gingko zur Verbesserung der Gedächtnisleistung? Leider kann dessen Gingkolsäure ebenfalls allergische Reaktionen auslösen. Experten raten, den Konsum auf 1,5 µg/Tag zu begrenzen - dennoch enthalten frei verkäufliche Medikamente und Tees ein Vielfaches dieser Menge.

Haushalt und Körperpflege: Salben, Düfte, Putzmittel & Co.

Die Haut von Senioren ist täglich einem bunten Strauß an Allergenen ausgesetzt - und reagiert mit Kontaktekzemen, lokalen Rötungen, Schwellungen und Juckreiz. Laut Robert-Koch-Institut steigt mit Alter und reduzierter Hautbarriere das Risiko, Kontaktekzeme zu entwickeln. Wie der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) ermittelte, zeigten sich im Vergleich zur Gruppe der Jüngeren bis 65 signifikante Unterschiede in der Form der Kontaktallergien: Unter den zehn häufigsten Kontaktallergenen sind Duftstoff-Mix, Perubalsam und Wollwachsalkohole, enthalten z. B. in Salben, Gels, Zäpfchen und Lokaltherapeutika, aber auch Tropfen, Bädern, Säften und Emulsionen von Hautschutz- und Pflegeprodukten. Hochallergen zeigten sich gerade bei Senioren beliebte Duftstoffkomponenten wie Lavendel, Geranie, Zimt - oder Zitrone in Putzmitteln. Senioren mit Unterschenkelgeschwüren reagierten sensibel auf Wollwachsalkohole, Cetylstearylalkohol und Propylenglycol als Salbeninhaltsstoffe. Schuhe oder Pantoffeln "sichern"? Ebenfalls nicht unbedenklich, denn das hierbei beliebte doppelseitige Klebeband enthält oft allergieauslösendes Kolophonium. Hinzukommt, dass Senioren vermehrt Kontakt mit Implantaten, Zahnprothesen sowie Gummi, von wasserdichter Unterlage bis Kompressionstrumpf, haben. Kurz: Übliche Standardtests genügen kaum, nicht zuletzt, da im Alter zahlreiche Begleiterkrankungen auftreten. So sind speziell Salbengrundlagen und Inhaltsstoffe einzubeziehen. Auch empfiehlt die Europäische Epikutan-Leitlinie die Spätablesung nach sieben Tagen - weil Senioren verzögerter reagieren.

Juckreiz: Wann Milben Seniorenbetten lieben

Juckreiz als quälendes Symptom schränkt die Lebensqualität von Senioren in Pflegebetten stark ein. Und wo es juckt, wird gekratzt - Infektionen sind die Folge. Parallel raubt Juckreiz den Schlaf - und sorgt für Abgeschlagenheit und Nervosität tagsüber. Eine der häufigsten Ursachen für Hautjucken? Parasitenbefall durch Milben bzw. deren Kot. Hausstaubmilben lieben warmes Matratzenklima ab 60 Prozent Luftfeuchtigkeit - regelmäßig stoßlüften und ein kühles, trockenes Schlafumfeld hilft. Luftdurchlässige Matratzen, milbendichte Schutzbezüge und urinbeständige Bettauflagen sowie Überzüge für Decke und Kopfkissen versperren den Tierchen den Zugang zu den Hautschuppen als Nahrungsquelle. Schon 60 Grad Wäsche tötet Milben ab. Neben leichten Bettdecken (statt schwerer Federbetten) verhindert lockere Kleidung aus Naturmaterialien (Baumwolle, Seide) Schwitzen. Zudem Schwitzen - mit Hautfläche an Hautfläche - Feuchtestau bzw. Intertrigo (Wolf genannt) befördert. Achten Sie beim Kauf von Pflegebetten Zubehör auf antiallergene Oberflächen - z. B. mit Baumwollober- und Vinylunterseite.

Die wirksamste Strategie gegen Allergien?

Menschen in Pflegebetten, die mit dem Allergen nicht in Kontakt kommen. Beispiel Hausstauballergie: Ab sofort ruht der Angehörige in hypoallergener Bettwäsche. Alle Fußböden und Haushaltstextilien werden extrasorgfältig gereinigt - und besonders nach dem Saugen auf gutes Belüften geachtet. Auch, ob Haustiere oder Pflanzenerde (Schimmel) Symptome verstärken, will beobachtet sein. Geliebte Stofftiere befreit ein Zwischenstopp in der Tiefkühltruhe von Milben. Juckreiz, Brennen, Hitzegefühl? Kälteanwendungen wie Augenlidkompressen und Antihistaminika lindern, Schutzhandschuhe verhindern, dass sich der Pflegebedürftige die Haut zerkratzt. Apropos Haut: Ein spezieller Bettbogen aus beschichtetem Metall verhindert den Kontakt der Bettdecke mit den Beinen - und entlastet bei Druckempfindlichkeit. Besonders essentiell: Die richtige Spezialmatratze, auf ärztliche Verordnung zu haben. Denn noch immer stellen die Kassen Pflegebetten mit Standardmatratzen bereit, die keim- und allergenarme Aspekte ignorieren.

Ist es eine Allergie? Thema Diagnose

Oft gerät Diagnosestellung zum Problem: Ihr Hausarzt vermutet eine alterstypische Erkrankung, ohne an eine allergische Reaktion zu denken. Denn allergietypische Beschwerden wie Husten und Luftnot sind auch Zeichen anderer Alterserkrankungen wie Herzschwäche oder Dauerbronchitis. Weshalb Sie Symptome maximal detailliert schildern sollten - das Führen eines Beschwerdetagebuchs hilft dabei. Jetzt kann Ihr Hausarzt symptombezogen handeln - beispielsweise eine so genannte Suchdiät anordnen, Laktose- und Fruktosetest veranlassen oder zum Allergologen überweisen. Medikamentöse Therapie arbeitet, wie bei jüngeren Allergikern, im Akutfall mit Antihistaminika, langfristig mit kortisonartigen Arzneistoffen - lokal am Beschwerdeort eingesetzt. Doch Vorsicht, Wechselwirkung: Die meisten Senioren nehmen noch zahlreiche weitere Medikamente ein! Ein auch bei Senioren noch erfolgversprechender Weg ist die Hyposensibilisierung: Patienten erhalten ihren Allergieauslöser in Abständen und steigender Dosierung über einige Jahre. So reagiert der Körper nach und nach schwächer und schwächer auf das Allergen.

Im Pflegeheim: Senioren mit Allergien

Ihr Angehöriger lebt im Pflegeheim? Achten Sie darauf, dass die Einrichtung Allergiesymptome ernst nimmt. Denn Allergien können Gesundheit und Leben von Menschen im Pflegebett gefährden. So genügt bei Pollenallergie eine falsche Medikamentengabe, um Senioren in Lebensgefahr zu bringen. Jedes Pflegeheim ist verpflichtet, mit Hausarzt und Allergologen zu kooperieren sowie im Aufnahmegespräch zu erfragen, ob Allergien bestehen - um diese genau zu erfassen und sicherzustellen, dass medikamentöse Therapie auch nach Einzug ins Heim fortgeführt wird. Ein weiterer Aspekt: Fortschreiten von Demenz lässt bewährte Selbsthilfetechniken bei Allergie vergessen, weshalb Heimmitarbeiter den Zustand von Allergikern im Pflegebett überwachen müssen. Der Arzt stellt Fragen zur Allergie? Wo Bewohner wegen kognitiver Defizite nicht antworten können, muss die Pflegekraft einspringen - auf Basis aller schriftlichen Informationen zur Allergie, mit Allergenen und Symptomen in allen Details, von Ausschlag über Ödeme bis Kurzatmigkeit.

Und wenn Sie außerhalb unterwegs sind?

Dann führen Sie Ihren Allergiepass sowie ein Notfallset für unterwegs bei sich, um sich selbst zu helfen - mit Kortisonpräparat, Antihistaminikum und Adrenalin-Autoinjektor zur Notverabreichung: Adrenalin wirkt abschwellend, verbessert die Atmung und regt Herzschlag und Blutdruck an. Senioren mit Allergien sind eine wachsende Risikogruppe: Als Angehörige sollten Sie genau beobachten, wie Ihre Pflegeeinrichtung mit dem Thema Allergien umgeht. Gewusst? Auch bei überregionalen Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen für Allergiker finden Sie Hilfe - und eine Auflistung hier:
https://www.allergieinformationsdienst.de/service/patientenorganisationen/ueberregional.html

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
TIPP!
puralux Matratze puralux Matratze
ab 759,00 € *
Pflegebett Dali Economic Pflegebett Dali Economic
ab 669,00 € * 1.200,00 € *
TIPP!
Pflegebett Regia Burmeier Standard Bettseitengitter Pflegebett Regia Burmeier Standard...
ab 1.899,00 € * 2.999,00 € *
Wohlfühlmatratze Matratze Deluxe
699,00 € *