Pflegebett beantragen: Auf Rezept oder selbst kaufen?

Pflegebett oder Krankenbett - auf Rezept oder lieber neu kaufen?

Jeder, der pflegebedürftig ist, kann grundsätzlich ein Pflegebett auf Rezept bekommen. Doch auch bei erfolgreicher Bewilligung bleibt beim Thema individuelle, bedarfsgerechte Versorgung noch Luft nach oben. Was bietet ein Pflegebett von der Krankenkasse? Oder ist es besser, ein Pflegebett neu zu kaufen?

Wann habe ich ein Recht auf ein Pflegebett?

Wer nachweislich pflegebedürftig ist, kann ein Pflegebett auf Rezept von der Pflegekasse bekommen: Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) besucht Sie bzw. Ihren Angehörigen zu Hause, um zu prüfen, in welchem Umfang Hilfen erforderlich sind. Anschließend werden Sie in einen Pflegegrad eingestuft. Damit ein solches Hilfsmittel bewilligt wird, muss es mindestens eine dieser Anforderungen gem. § 40 SGB XI erfüllen.

Das heißt, dieses Bett

- erleichtert die Pflege
- lindert die Beschwerden
- trägt wesentlich zur selbstständigen Lebensführung bei

Worauf habe ich als Versicherter Anspruch?

Versicherte haben Anspruch auf

- funktionsgerechte, technisch einwandfreie Hilfsmittel
- taggleiche Lieferung
- Montage, Anpassung, Wartung, Reparatur
- Beratung / Einweisung in die Nutzung
- eine neue Matratze, 220 kg max. Arbeitslast, min. 12 cm Höhe, 2-schichtiger Aufbau mit min. 4 cm Oberschicht, aus offenporigem Kaltschaum (Stauchhärte 2,5 bzw. 3,7), mit Trikothülle bzw. schwerentzündlichem Polyesterbezug

Für Sonstiges wie Seitengitter, Aufrichthilfen, Bettverlängerungen und Spezialmatratzen ist der Bedarf gesondert nachzuweisen.

Wie beantragen Sie ein Pflegebett?

Pflegebett von der Krankenkasse? Ihr Arzt kann Ihnen für dieses technische Hilfsmittel ein Rezept mit dem Vermerk "behindertengerechtes Bett" ausstellen. Zahlt die Krankenkasse das gewünschte Krankenbett nicht, können Sie ein Pflegebett bei der Pflegekasse beantragen. Lehnt diese Ihren Erstantrag ab, können Sie Widerspruch einlegen. Bis Ihr Einspruch beschieden wird, müssen Sie ohne das benötigte Bett auskommen. Ist der Bescheid erneut negativ, müssen Sie klagen. Ein Kampf, der Zeit und Kraft kostet - und kein Einzelfall ist, sondern tausende Haushalte in Deutschland betrifft.

Einspruch! Bett vor Gericht erstreiten

Sozialgerichte bewilligen Pflegebetten, wenn der Anspruch auf Pflegeerleichterung begründet ist. So wurde einem Schwerbehinderten ein Pflegebett mit geteilter Seitensicherung zugesprochen, damit die Pflegeperson die häusliche Körperpflege leichter, weil barrierefrei leisten konnte (SG Stuttgart, Aktenzeichen S 16 P 6795/09, 12.11.2013). Über die Versorgung mit einem höhenverstellbaren Bett entschied das Landessozialgericht Saarbrücken (Aktenzeichen L 2 P 4/08, 28.04.2009). Die Pflegekasse einer spastisch behinderten Rollstuhlfahrerin musste - gem. §§ 40 Abs. 1 Satz 1, 29 Abs. 1 SGB XI - die Kosten für ein bis auf 22 cm Liegehöhe absenkbares Niedrigbett tragen, weil so eine Teilmobilität für die 1,54 Meter kleine Frau erreicht wurde, so dass diese den Transfer auf die Toilette selbstständig schaffte. Noch mehr Urteile zum Thema Pflegebetten finden Sie auf rehadat-recht.de.

Pflegebett mieten oder kaufen?

Alternativ können Sie ein Bett gegen jährliche Gebühr (Fallpauschale) über ein Sanitätshaus mieten. Auch hier machen die Kassen oft einen Pflegegrad zur Bedingung. Außerdem muss es sich um ein Hilfsmittel gemäß Medizinproduktegesetz (MPG / MDR ) handeln: Ein bedarfsgerechtes Wunschbett können Sie sich auch hier nicht aussuchen. Und obwohl es laut Hilfsmittelrichtlinie genügt, dass ein Pflegebett zweckmäßig ist, fordern die meisten Krankenkassen trotzdem, dass das gewünschte Bett eine Hilfsmittelnummer hat - was die Auswahl möglicher Pflegebetten stark einschränkt. Was tun? Viele Betroffene wählen den direkten Weg über den Sachbearbeiter ihrer Kasse: Nicht selten sind diese im persönlichen Kontakt dafür offen, eine individuelle Bettlösung zu erstatten. Werfen Sie einen Blick auf das Pflegebett Regia Easy Switch, es lohnt sich mit der Krankenkasse zu verhandel. Fragen Sie uns!

Was tun, wenn mir das Kassenbett nicht hilft?

Die Krankenkasse bzw. Pflegekasse trägt oft nur die Kosten für ein Basismodell. Lösungen, die besonderen Anforderungen wie z. B. bei Demenz, seniler Bettflucht und damit einhergehender Sturzgefährdung nicht gerecht werden. Dazu braucht es ein Niederflurbett: Elektrisch bis auf wenige Zentimeter über dem Boden absenkbar, leisten Niedrigbetten und Niederflurbetten Sturzvorbeugung, was freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) überflüssig machen kann. Über 1,4 Millionen Betroffene in Deutschland brauchen intensive pflegerische Versorgung im häuslichen Umfels, weil sie neben Demenzsymptomen auch weitere Erkrankungen haben. Demenzkranke profitieren daher auch von vernetzten Pflegebetten - wie dem Dali Low Entry von Burmeier. Dieses Krankenbett verfügt über digitale Steuerung, ist per App vernetzt und bietet Erleichterungen wie das innovative Konstruktionssystem Easy Click, um das Bettgitter mit einem Handgriff anzubringen. Aber obwohl vernetzte Pflegebetten die Selbstbestimmung fördern, sind sie - trotz ambitioniertem E-Health-Gesetz der Bundesregierung zur digitalen Infrastruktur - noch nicht Teil des Leistungskatalogs.

Warum ist ein Pflegebett nur so gut wie seine Matratze?

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und die Fachvereinigung für Medizinprodukte (fmp) kritisieren: Kassen betreiben bei Matratzen für elektrische Pflegebetten und Einlegerahmen gem. § 127 Absatz 2 SGB eine kostensparende Einheitsversorgung statt individueller Bedarfsermittlung. Ungeachtet von Grunderkrankung und Dekubitusrisiko wird jedes Bett mit einer normierten Antidekubitus-Matratze ab Dekubitusgrad II geliefert, obwohl der Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege" und die NPUAP-Leitlinien (National Pressure Ulcer Advisory Panel) vorschreiben: Jeder Dekubitusversorgung muss eine Bedarfsermittlung vorausgehen, denn ein Krankenbett wird durch den Arzt verordnet. Ein Weg, Einzelanforderungen bei Sitz- und Liegehilfen gerecht zu werden, wären für alle Kassen einheitliche, verbindliche Erhebungsbögen. Noch gibt es keinen offiziellen Mindeststandard der Bedarfsermittlung, die nur in jedem vierten Fall direkt vor Ort stattfindet. Auch greift selbst bei Dekubitus-Patienten eine Versorgung nur nach Dekubitusgrad zu kurz, weil so nur der Hautdefekt zählt, ohne sonstige Funktionsmerkmale einer Pflegebettmatratze einzubeziehen. Was nicht Dekubitus Grad 4 ist, fassen Kassenverträge gern in einer Pauschale zusammen. So ist Unterversorgung vorprogrammiert: Erst bei Gewebeverlust, freiliegenden Sehnen, Knochen und Muskeln wird eine andere Versorgung bezahlt.

Warum genügt die Kassenmatratze oft nicht?

Von einer Liegehilfe, die die Empfehlungen durch den Arzt respektiert und auch auf Mobilität, Pflegeumfeld und Therapieziele abstellt, kann bei der mitgelieferten Standardmatratze keine Rede sein. Sie leiden gar nicht an Druckgeschwüren, sondern haben Mobilitätsprobleme? Dann sinken Sie, statt ergonomisch unterstützt zu werden, tief in den weichen Matratzenschaum ein - so wird Restmobilität mit dem Segen der Krankenkasse reduziert. Außerdem steckt die mitgelieferte Standardmatratze, ob Inkontinenz oder nicht, in einem wasserdichten Bezug. Wer darauf schläft, muss sich mit einem suboptimalen Mikroklima arrangieren. Zum Glück gibt es Spezialmatraten von Antidekubitus bis Inkontinenz günstig online. Um zu wissen, ob eine Pflegebettmatratze richtig stützt, entlastet und erholsamen Schlaf ermöglicht, sollten Sie darauf unverbindlich probeschlafen - gute Online-Sanitätshäuser liefern Ihnen die Pflegebettmatratze bis auf den Lattenrost. Welche Härte, welche Maße, welcher Überzug? Anforderungsbögen (zum Download) helfen bei der Entscheidung. Unsicher? Ein guter Krankenbett-Anbieter erklärt Ihnen die Qualitätsunterschiede.

Wo finden Sie eine große Auswahl wohnlicher Pflegebetten?

Wer sind ausgiebig im Internet umsieht, stellt fest: Das Online-Angebot an neuen, preiswerten Marken-Pflegebetten und Pflegebettzubehör ist fast immer deutlich umfangreicher als im Fachhandel um die Ecke. Online-Händler wie z. B. Pflegebetten-24.de können in Deutschland produzierte Pflegebetten von Marken wie z. B. Burmeier deshalb so günstig anbieten, weil hier durch Direktlieferung in Originalverpackung Kosten gespart werden. Noch günstiger geht es, wenn Sie sich per multifunktionalem Hebepflegerahmen ein Krankenbett zaubern! Ein elektrisch verstellbarer Lattenrost, den Sie fest in Ihr eigenes Einzelbett oder Ehebett integrieren können. Ein Hebepflegerahmen rüstet Ihr vertrautes Bett zur sicheren Aufstehhilfe und zum vollfunktionalen Pflegebett auf.

Was sollten Sie beim Pflegebettkauf beachten?

Nehmen Sie sich Zeit! Vergleichen Sie Pflegebetten via Katalog (per Post oder online), bis in die technischen Details. Betrachten Sie Ihr Lieblingsbett im Onlineshop von allen Seiten in Aktion und lesen Sie die Bewertungen anderer Pflegebettkäufer zu Ihrem Fabrikat. Dann sollten Sie Ihr Bett dort kaufen, wo Service und Beratung stimmen. Schließlich sehen vier Augen mehr als zwei: Persönliche Recherche ist gut, kompetente Beratung bei der Auswahl durch Know-how und Erfahrung in der Vor-Ort-Versorgung besser. Guter Online-Sanitätsfachhandel kennt sich auch mit Speziallösungen wie Schwerlastbetten, Niederflurbetten für Demenzpatienten und Pflegebetten mit Niedrigeinstieg für Rollstuhlfahrer aus. Auch Einrichtungen für Senioren finden hier kompetente Unterstützung bei der Wahl bezahlbarer, formschöner Wohnmöbelprogramme.

Was ist bedarfsgerecht? Im Zweifelsfall das, was man selbst kauft!

Fazit: Wer seinen Bedarf nicht aufwändig nachweist, muss sich mit einem gebrauchten Standardbett begnügen. Auch arbeiten die Kassen - nicht zuletzt, um Kosten zu sparen - nur mit festgelegten Partnern und bestimmen so über die Qualität der Versorgung. Auch Pflegebetten-24.de war früher Krankenkassen-Vertragspartner, aber wir haben uns dagegen entschieden. Weshalb? Regelmäßig kommen Menschen zu uns, die ein bestimmtes Pflegebett mit gutem Recht benötigen, aber trotzdem bei der Kasse auf Granit beißen. Ganz ehrlich: Sparen Sie sich zermürbende Kämpfe! Sich sein bedarfsgerechtes Bett selbst zu kaufen, hat im Vergleich zur Kassen-Einheitslösung zahlreiche Vorteile. Als Händler mit Pflegeexpertise liegt es uns am Herzen, Ihrer persönlichen Situation, Ihrem Krankheitsbild und Ihren Einschränkungen passgenau gerecht zu werden - für eine zeitnahe Versorgung ohne faule Kompromisse!
Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel